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Landeszeitung

20. August 2017 | 15:55 Uhr

Licht-Orgeln Schleich-Gang Tat-Bestand

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Büdelsdorfer sind ja liebenswerte Menschen. Doch ihre Neigung, an jeder Milchkanne eine Ampel aufzustellen, trübt den positiven Eindruck. Pendler können ein Lied davon singen. Man versuche mal, in angemessener Zeit von der Autobahnabfahrt Büdelsdorf durch Büdelsdorf nach Rendsburg zu gelangen. Bis in die Innenstadt sind es sage und schreibe 13 Ampeln (davon allerdings ein paar wenige auf Rendsburger Gebiet). Also muss man sich bei der Fahrt durch die Büdelsdorfer Hollerstraße in Geduld üben, zumal nicht allein die Grün-Gelb-Roten-Lichtorgeln den Verkehrsfluss hemmen, sondern auch die fahrbaren Untersätze der Auswärtigen. Die zuckeln von einer Ampel zur anderen. Ihr konsequentes Schneckentempo lässt vermuten, dass sie die nächste Rot-Phase auf keinen Fall verpassen wollen. Kleiner Tipp eines Pendlers: Man fahre hinter dem Wagen eines erfahrenen Büdelsdorfer her – egal, was passiert. Die erkennt man nicht nur daran, dass sie einen „I love Büdelsdorf“-Aufkleber an ihre Heckklappe gepappt haben, sondern auch an einem merkwürdigen, aber höchst effektiven Fahrstil. Ohne einen auf den ersten Blick erkennbaren Grund bremsen und beschleunigen die Büdelsdorfer auf der Strecke zwischen den einzelnen Ampelanlagen ihre Autos. In der Praxis sieht das so aus: Ein Fahrer, der soeben noch mit Tempo 20 durch die Hollerstraße schlich, beschleunigt unvermittelt auf innerorts verbotene 60 Kilometer pro Stunde, nach 200 Metern bremst er herunter auf Tempo 30. Und dann geht’s wieder von vorn los. Klingt irrsinnig, ist es aber nicht. Es ist die einzige Chance auf eine grüne Welle.

Einige Autofahrer scheinen zu glauben, sie seien allein auf dieser Welt. Neulich in einer Gemeinde am Stadtrand zum Beispiel: Der Fahrer machte alles falsch. Offenbar suchte er er irgendetwas. Er schaute nach links und rechts, aber selten nach vorn. Dabei merkte er nicht, dass er seinen Wagen im Schleichgang mal zur Fahrbahnmitte oder gefährlich nah an den Kantstein lenkte, dann hielt er sogar kurz im absoluten Halteverbot. Die Krönung aber war, links zu blinken und rechts abzubiegen. Wir hätten ihm ja gern durch eindeutige Handzeichen zu verstehen gegeben, dass wir diese Fahrweise nicht gutheißen können. Aber wir haben uns nicht getraut. Der Fahrer trug Uniform und saß in einem Polizeiauto.

Zum Schluss eine kleine Schmonzette aus der Servicewelt kommunaler Betriebe. In dieser Woche sorgte die neue Preisstruktur des Rendsburger Schwimmzentrums für Aufregung. Eine gute Gelegenheit, diese mit den bisherigen Preisen zu vergleichen. Sie sind aufgeführt in einer Entgeltordnung. In lupenreinem Behördendeutsch erhält man Informationen über die einzelnen Tarife, allerdings räumen die Verfasser ein, möglicherweise nicht alle Dienstleistungen aufgeführt zu haben. Genießen Sie folgenden Satz: „Die Festlegung der Entgelte für Tatbestände, die in dieser Entgeltordnung nicht geregelt sind, erfolgt im Einzelfall nach pflichtgemäßem Ermessen in Anlehnung an die zuvor aufgeführten Entgelte.“

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erstellt am 13.Feb.2015 | 19:11 Uhr

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