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Landeszeitung

12. Dezember 2017 | 18:50 Uhr

Bünsdorf : Letzte Ruhe unter Baumkronen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Kirchengemeinde Bünsdorf dankt Helfern und Spendern für den neuen Baumfriedhof an der K 2. Pflegeleichte Urnengräber sind gefragt.

shz.de von
erstellt am 03.Dez.2015 | 06:00 Uhr

Selbst den Tod gibt es nicht umsonst, sagt der Volksmund. Eine Beisetzung ist teuer, die Grabpflege kostet mindestens Zeit. Viele suchen nach alternativen Bestattungsformen. Die Kirchengemeinde Bünsdorf hat im Mai den seit vielen Jahren stillgelegten Friedhof an der Kreisstraße 2 zwischen Bünsdorf und Lehmbek als kleinen Baumfriedhof wieder eröffnet. Anfang der 80-er ist der Friedhof, der um 1880 entstanden ist, geschlossen worden. Auf besonderen Wunsch hätte es aber noch einzelne Bestattungen in Gräbern gegeben. „Wir haben mit den Angehörigen über die geplante Umgestaltung gesprochen“, sagt Pastor Thies Feldmann. Nach deren Zustimmung seien die Grabplatten in den Boden eingelassen worden, sind also weiterhin zugänglich. Nun ist der neue Friedhof ein reiner Urnenfriedhof, auf dem seit Jahresbeginn drei Personen beigesetzt wurden. „Wir haben aber viele Anfragen und Reservierungen“, betont Feldmann

Die Asche der Verstorbenen wird in einer ökologisch abbaubaren Urne in den Boden unter einem der Begräbnisbäume eingelassen. Die Angehörigen erhalten vor der Beisetzung eine Edelstahltafel, die sie nach ihren Wünschen gravieren lassen können. Diese wird dann auf einer größeren Tafel neben den Namen der anderen Verstorbenen angebracht. Ein Bibelspruch oder das Zitat eines Philosophen über die Ewigkeit ist hier zu lesen.

Sechs junge Bäume, Walnussbäume und Gingkos, sind jetzt auf dem Baumfriedhof gepflanzt worden. „Die sollen erst anwachsen“, sagt Friedhofswartin Tamara Küchenmeister. Sechs ältere hochstämmige Bäume stehen aber als Begräbnisbäume zur Verfügung. „Trotz der Bäume hat man von überall ein herrlichen Blick in die Weite“, sagt Feldmann über den Ort.

An dem rund vier Meter hohen Holzkreuz finden die Andachten statt. „Hier wünschen wir uns noch Bänke, die hier dauerhaft stehen können“, sagt der Pastor. Viele Baumfriedhöfe seien vor allem für ältere Menschen nur schwer zugänglich, sagte Feldmann, bei der Anlage des Baumfriedhofes und des so genannten Philosophenganges rund um das Gelände habe man auf eine ebene Wegeführung geachtet. Mit vielen Helfern und Unterstützung der Firma Rüchel & Plöhn ist das im Laufe der Jahres weitestgehend zugewachsene Gelände wieder frei gemacht worden. Kränze und Blumen dürfen bei der Beisetzung niedergelegt werden, dauerhafte Bepflanzungen hingegen nicht.

Pastor Feldmann dankte in dieser Woche den vielen Spenden und Unterstützern, die mitgeholfen haben, diese besondere Ruhestätte in freier Natur Projekt zu realisieren. Feldmann vergaß auch Anja Fedder nicht, die, mittlerweile aus dem Kirchenvorstand ausgeschieden ist, aber das Projekt Baumfriedhof noch mit angestoßen hat. 



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