Vortrag in Rendsburg : Lesung auf Hebräisch mit kritischen Tönen

Adi Keissar las im Jüdischen Museum.
Adi Keissar las im Jüdischen Museum.

Adi Keissar aus Tel Aviv präsentierte ihr Buch „Inglorious Poets“.

shz.de von
23. August 2018, 19:50 Uhr

Rendsburg | „Ich bin eine Frau und bringe das Leben“, lautete einer der Sätze von Adi Keissar aus Tel Aviv, die nachdenklich machten und unvergesslich bleiben. Das Nordkolleg präsentierte am Mittwoch eine Lesung der israelischen Autorin im Jüdischen Museum. Sie las in hebräischer Sprache, Max Czollek übersetzte aus ihrem Buch „Inglorious Poets“ („unehrenhafte Dichter“).

In ihren Texten wird deutlich, wie sehr Menschen (nicht nur in Israel) vereinzelt sind und dass innerhalb Israels keinesfalls Harmonie herrscht. Das gilt besonders für die dort lebenden Menschen arabischer und europäischer Herkunft. Im Land werden mindestens zwei Sprachen (Hebräisch, Arabisch) gesprochen.

Adi Keissar beklagte die Ungleichbewertung der Kulturen, die Dominanz westlich geprägter Männer wäre allzu sehr bestimmend. „Die Geschichte des Holocaust trifft nicht einmal auf die Hälfte der in Israel lebenden Menschen zu.“ Das erstes Buch der Autorin, „Schwarz auf Schwarz“ (2014), wurde mit dem Bernstein-Preis für Literatur und mit dem Preis für „Junge Dichtung“ ausgezeichnet.

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