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Vortragsreihe eröffnet : Lernen aus den Atom-Katastrophen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Europäische Aktionswochen der Böll-Stiftung eröffnet. Projekte mit Schülern für eine Zukunft nach Tschernobyl und Fukushima.

30 Jahre sind seit der Atomkatastrophe von Tschernobyl vergangen. Vor fünf Jahren kam es nach einem Erdbeben und einem Tsunami in drei Reaktoren in Fukushima zur Kernschmelze. Im Rahmen der „Europäischen Aktionswochen“ unter dem Titel „Für eine Zukunft nach Tschernobyl und Fukushima“ wurde am Sonnabend im Niederen Arsenal in Rendsburg die schleswig-holsteinische Veranstaltungsreihe eröffnet.

„Es waren nicht nur regionale, sondern globale Katastrophen“, machte Martin Kastranek, Vorstand des Veranstalters Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein, deutlich. Mit einer energiepolitischen Bildungswoche mit Projekten an fünf Schulen und Informations- und Diskussionsveranstaltungen wolle man an die atomaren Katastrophen erinnern. Zudem soll der weltweite Ausstieg aus der gefährlichen Technologie angemahnt werden und eine verantwortliche Energiepolitik vorangetrieben und umgesetzt werden. „Es gibt 440 Kernkraftwerke weltweit, die wir nicht brauchen, die wir nicht wollen“, betonte Kastranek.

In der Auftaktveranstaltung berichtete der japanische Journalist und Autor Masao Fukumoto, der seit 31 Jahren in Berlin lebt, von seinen Eindrücken aus Fukushima. Zweimal hat er im vergangenen Jahr die Region besucht. Die japanische Regierung habe die nach dem Atomunfall abgeschalteten Reaktoren wieder hochfahren lassen und bedränge die Menschen, in die Region zurückzukehren und dort zu leben. Die Gesellschaft sei gespalten, stellte Fukumoto fest. „Die jungen Familien wollen aus Angst nicht zurück, die alten Menschen wollen zurück.“

Von ihrem Einsatz als „Liquidatoren“ bei den Atomkatastrophen berichteten die Ärztin Janna Lasartschik aus Borisow (Belarus), der Elektroschweißer Oleksandr Lisniak aus der Ukraine und der Aufräumarbeiter Goboo aus Japan. Die drei Augenzeugen werden während der Aktionswoche an den Schulen, jeweils aus ihren ganz persönlichen Erfahrungen, über die Atomkatastrophen und deren Folgen für die betroffenen Regionen berichten. Zudem sind Schülerinnen und Schüler zwischen 14 und 18 Jahren aus der Präfektur Fukushima und aus der Stadt Oktiarbriski zu Gast. Sie werden über den Alltag in den verstrahlten und bewohnten Regionen um die Atomkraftwerke Tschernobyl und Fukushima Daiichi informieren.

Die Christian-Timm-Gemeinschaftsschule in Rendsburg und das Berufliche Gymnasium Erneuerbare Energien in Osterrönfeld beteiligen sich an der Aktionswoche und werden sich in Klassen, Arbeitsgruppen oder Jahrgängen mit den Themen Energiewende, regenerative Energien und Erinnerung an die Katastrophen von Fukushima und Tschernobyl auseinandersetzen.

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