„Christoph 42“ : Leiserer Hubschrauber zu groß für Rendsburg

Seit 2017 startet und landet ein DRF-Hubschrauber vom Typ EC 145 auf dem Dach der Rettungsdienstwache an der Klinik. Er soll durch ein leiseres Modell ersetzt werden.
Seit 2017 startet und landet ein DRF-Hubschrauber vom Typ EC 145 auf dem Dach der Rettungsdienstwache an der Klinik. Er soll durch ein leiseres Modell ersetzt werden.

Die Debatte über den Umzug des Rendsburger Rettungshubschraubers ins Umland nach Schachtholm flammt wieder auf.

shz.de von
16. Juni 2018, 08:00 Uhr

Rendsburg | Rund um die Imland-Klinik und im übrigen Stadtteil Neuwerk könnte es in Zukunft deutlich leiser werden. Der langfristige Verbleib des Rettungshubschraubers „Christoph 42“ am Standort Rendsburg ist fraglich. Wie die DRF Luftrettung in Filderstadt auf Anfrage der Landeszeitung bestätigte, will die Organisation alle 24-Stunden-Luftrettungsstationen in Deutschland in den kommenden Jahren mit moderneren Hubschraubern ausstatten. Dank eines ummantelten Heckrotors sind die Maschinen vom Typ H 145 leiser als das seit zwei Jahren in Rendsburg eingesetzte Modell EC 145. Nachteil: Für die Basis neben der Klinik und den dazugehörigen Hangar wäre eine „H 145“ zu schwer und zu lang. Sowohl die Halle als auch der Landeplatz würden nicht ausreichen. Die Station müsste umgebaut werden.

Damit rückt eine mögliche Verlegung von „Christoph 42“ auf den Flugplatz Schachtholm wieder in den Fokus. Dort wäre für einen Hangar-Neubau mit Landefläche genügend Platz. Über einen Umzug des Rettungs-Helis ans Kanalufer südwestlich von Jevenstedt war bereits vor drei Jahren diskutiert worden. Damals war zuvor publik geworden, dass „Christoph 42“ zwar unmittelbar neben dem Krankenhaus abhebt und aufsetzt, aber so gut wie keine Patienten von und nach Rendsburg befördert. Der Weg von der Landefläche zur Notaufnahme ist zu weit und nicht barrierefrei. Dass „Christoph 42“ dennoch viel Lärm produziert, verursacht durch insgesamt 3000 Starts und Landungen im Jahr, rief die Kritiker auf den Plan. Dies könnte Nachteile für das geplante Wohngebiet Neuwerk-West (ehemalige Eiderkaserne) haben.

Die Diskussion legte sich, als die DRF Luftrettung vor zwei Jahren eine marginal leisere Maschine vom Typ EC 145 nach Rendsburg beorderte und sich der Betreiber mit dem Kreis vertraglich auf eine weitere Zusammenarbeit einigte. Nun droht die Debatte erneut aufzuflammen. Seit der Novellierung des Rettungsdienstgesetzes im vergangenen Jahr ist das Land Schleswig-Holstein der Träger der Luftrettung. Bis Mai 2025 gilt eine Übergangsregelung – der Standort Rendsburg ist gesichert. Doch was danach passiert, wird anders als jetzt den Vorschriften für die Zuteilung öffentlicher Aufträge unterworfen sein. „Nach dieser Übergangsregelung wird das Land unter Beachtung des Vergaberechts Dritte mit der operativen Durchführung der Luftrettung beauftragen“, teilte ein Sprecher des Sozialministeriums in Kiel mit. Dabei könne sich auch eine Organisation wie der ADAC um den Standort Rendsburg bemühen.

Der Kreis hat den Mietvertrag mit der DRF Luftrettung auf unbestimmte Zeit geschlossen. Landrat Dr. Rolf-Oliver Schwemer erfuhr durch die Anfrage der Landeszeitung vom geplanten Flottenwechsel bei der DRF Luftrettung. „Vor dem Hintergrund, dass wir seit vielen Jahrzehnten ein verlässlicher Vertragspartner für die DRF sind, erwarten wir, dass uns die DRF kurzfristig über ihre Planungen informiert“, so Schwemer. Er würde es begrüßen, wenn die DRF den derzeitigen Rettungshubschrauber durch ein noch leiseres Modell ersetzt. Im Rahmen der Finanzierungsmöglichkeiten würde der Kreis seinen Beitrag leisten, dass die Station an der Imland-Klinik ertüchtigt werde. Doch auch einer Verlegung nach Schachtholm steht der Landrat aufgeschlossen gegenüber. „Der Standort ist vom Grundsatz her geeignet für einen Rettungshubschrauber. Er liegt in der Mitte des Landes und könnte eine gute Versorgung der Bevölkerung des Kreisgebiets gewährleisten.“

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