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Zwei Tote in Haale : Leichenfund im Pferdestall: Frauen wurden erschossen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Nach dem Tod zweier Frauen in Haale suchen die Ermittler Zeugen. Vom Täter fehlt jede Spur.

Haale | Nach dem Fund von zwei Leichen in einem Pferdestall in Haale (Kreis Rendsburg-Eckernförde) ist klar: Mutter und Tochter sind kaltblütig erschossen worden. Anschließend hat der Täter Feuer gelegt, vermutlich um seine Spuren zu verwischen. „Wir ermitteln wegen eines zweifachen vorsätzlichen Tötungsdelikts“, sagte Oberstaatsanwältin Birgit Heß am Donnerstag. Vom Täter fehlt jede Spur, auch eine Tatwaffe ist noch nicht gefunden.

Regina F. (57) und ihre Mutter Inge S. (83) waren 1998 aus Hamburg auf den Resthof in Haale gezogen. Regina F. war eine Liebhaberin alter Tierrassen, züchtete dort zeitweise Noriker-Pferde, österreichische Kaltblüter. „Sie sind ideal für Freizeitreiter im Gelände“, hatte sie unserer Zeitung einmal gesagt. Zu den Menschen im Dorf hatten Mutter und Tochter wenig Kontakt. Ein Nachbar berichtet, dass Regina F. in Haale unglücklich gewesen sei, den Ort gerne wieder verlassen wollte.

Die Staatsanwaltschaft soll sich bei ihren Ermittlungen auf das Umfeld der beiden Frauen konzentrieren. Offenbar vermuten die Ermittler eine Beziehungstat. Regina F. besaß einen scharfen Rottweiler. „Der Hund ließ niemanden auf das Grundstück“, sagt Nachbarin Karin Vogt. Doch in der Tatnacht habe er nicht gebellt. Das spricht dafür, dass der Hund mit dem Täter vertraut war. Der Rottweiler wurde nicht getötet, ist jetzt im Tierheim.

Nach Informationen unserer Zeitung soll der Stall auch der Tatort gewesen sein, im Haus der beiden Frauen soll es keine Spuren eines Verbrechens geben. Im Stall zündete der Täter nur einen einzigen Rundballen an, die Flammen griffen nicht auf die Backsteinmauern über, weshalb der Brand schnell gelöscht war.

In Haale löste die Nachricht über die Gewalttat am Donnerstag Entsetzen aus. „Ich bin total geschockt, dass die beiden erschossen wurden“, sagte Karin Raabe, die mit ihrem Mann etwa 500 Meter entfernt wohnt, und fügt nach einer kurzen Pause hinzu: „So was gibt's im Fernsehen, aber doch nicht in der Nachbarschaft!“ Mit der Mutter habe sie kaum Kontakt gehabt, „aber dass jetzt Regina tot sein soll, kann ich gar nicht fassen“. Auf die Frage, ob sie etwas Verdächtiges von der Tat mitbekommen habe, sagte Raabe: „Nein, wir wohnen einfach zu weit weg.“

Die Mordkommission bittet mögliche Zeugen um Hinweise: Wer hat in den Stunden vor der Brandentdeckung, also am Dienstagabend, vor 21.05 Uhr, Beobachtungen auf oder im Nahbereich des Pferdehofes in der Haaler Dorfstraße gemacht? Wer hat zum Beispiel Fahrzeuge oder Personen gesehen? Wer kann Angaben zu den beiden Opfern machen und wurde bislang dazu von der Polizei nicht vernommen? Wem sind Personen aufgefallen mit Brandverletzungen, entsprechend beschädigter Kleidung oder Brandgeruch? Hinweise bitte an die Mordkommission in Rendsburg unter der Rufnummer 04331/208-450. Die Staatsanwaltschaft Kiel hat 5000 Euro ausgelobt für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat führen.

In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, dass es zu einer Festnahme gekommen sei. Das hat sich als falsch herausgestellt. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

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erstellt am 19.Nov.2014 | 12:54 Uhr

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