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Landeszeitung

22. August 2017 | 19:16 Uhr

1. Basketball-Regionalliga : Lehrstunde

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Gegen den SSV Lok Bernau kassierten die Rendsburger Basketballer eine 45:87-Niederlage. Vor allem mit der Defensive des Tabellenführers hatten die Twisters große Schwierigkeiten.

Das „Wunder von Rendsburg“ ist ausgeblieben. Vor der Partie in der 1. Basketball-Regionalliga zwischen dem BBC Rendsburg und dem SSV Lok Bernau hatte Rendsburgs Coach Bjarne Homfeldt gleich mehrere Faktoren aufgezählt, die für einen Sieg seines Teams nötig wären, doch nichts von alldem trat ein. Die Gastgeber spielten nicht schlecht, aber eben nicht wie von ihrem Trainer gehofft am Limit. Die Gäste aus dem Landkreis Barnim in Brandenburg hatten weder Probleme bei der Anreise, noch hatten sie keinen rabenschwarzen Tag erwischt. Die Schiedsrichter Ulf Gollnick und Jakob Woerzner schlugen sich nicht auf die Seite der Hausherren. Und so gab es vor rund 300 Zuschauern die erwartet deutliche Niederlage für die Twisters. 45:87 (14:22, 24:40, 34:61) hieß es am Ende gegen die Bernauer, die als einziges Team der Liga weiter ungeschlagen sind und ihre Titelambitionen eindrucksvoll untermauerten. „Das ist das beste Team der Liga und keines, mit dem wir uns messen können. Das ist keine Schande gegen die so hoch zu verlieren“, vermochte Homfeldt das Ergebnis realistisch einzuordnen.

Dabei konnten die Twisters das Ergebnis bis vier Minuten vor dem Spielende noch einigermaßen freundlich gestalten, doch in der Schlussphase rauschte die Lokomotive aus Bernau unter Volldampf über überforderte Rendsburger hinweg und machte aus einem 66:43 noch einen Sieg mit mehr als 40 Punkten Unterschied. Mit 21:2 entschied der SSV die letzten 240 Sekunden für sich. Allerdings hatte Homfeldt in dieser Phase mit Jakob Menges, Ole Schleth und Henning Rixen auch drei Youngster auf dem Feld stehen, die „gegen so ein Spitzenteam wie Bernau einfach mal ein bisschen reinschnuppern sollten“. Der Twisters-Coach nahm die hohe Niederlage billigend in Kauf. „Wir konnten ja eh nicht mehr gewinnen. Da war es mir wichtiger, dass sich die Jungs nochmal zeigen konnten.“

Ganze fünf Minuten durften die Gastgeber auf eine Überraschung hoffen, führten sogar 10:9. Zu diesem frühen Zeitpunkt der Partie saß Osvaldas Gaizauskaus schon mit schmerzverzerrtem Gesicht auf der Bank und war zur Tatenlosigkeit verdammt. Gleich bei seiner ersten Aktion verletzte sich der jüngste Zugang der Twisters. Nach 19 Sekunden stopfte der Litauer den Ball per Dunking zur 2:0-Führung des BBC in den Korb, verletzte sich dabei aber am Rücken und konnte fortan nicht mehr mitwirken. „Das ist natürlich bitter Osvaldas. Da holt der Junge sich gerade ein bisschen Selbstvertrauen und dann das“, stöhnte Homfeldt. Von der Bank aus sah Gaizauskaus, wie seine Mitspieler zunehmend Probleme mit der Defensive der Gäste bekamen. „Das war Wahnsinn, wie die in der Verteidigung Druck auf uns ausgeübt haben“, staunte Shooting Guard Max Hillner. Die Twisters konnten kaum einmal ein strukturiertes Spiel aufziehen und wurden wiederholt gezwungen, sich Würfe aus ungünstigen Positionen zu nehmen, weil die Angriffszeit abzulaufen drohte. „Wir müssen lernen, noch schneller in unser System zu kommen“, meinte Hillner. Unter Druck verfehlten viele Würfe das Ziel. Bei den Zwei-Punkte-Würfen betrug die Quote 34,9 Prozent, bei den Drei-Punkte-Würfen gar nur 17,6. „Das ist kein guter Wert“, analysierte Homfeldt. Auf der anderen Seite zeigten die Gäste, wie man es besser macht. Aus der Ferndistanz kamen Ex-Profi Sebastian Fülle und seine Kollegen auf eine Quote von 63,2 Prozent. Homfeldt: „Das ist sensationell. Wir haben zu oft versucht, einen Gegner zu doppeln, so dass ein anderer dann fast immer ungehindert werfen konnte. Aber kein Vorwurf an meine Spieler. Bernau hat eine Qualität, die in dieser Liga ihresgleichen sucht. Das war eine kostenlose Lehrstunde für uns.“

BBC Rendsburg: Menges, Daugs (1), Billups (15/2x3), Hillner (4), Gottschalk, Sopha (3/1x3), Schleth (1), Gaizauskas (2), Rixen (2), Klevemann (1), Geist (6), Ruppert (10).

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erstellt am 26.Okt.2015 | 06:00 Uhr

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