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Landeszeitung

14. Dezember 2017 | 00:18 Uhr

Lehrermangel in Schacht-Audorf

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

shz.de von
erstellt am 28.Jan.2016 | 15:34 Uhr

Zu wenige Lehrer, zu viel Stundenausfall. So kann man die Klagen der Elternvertreter der Grund- und Gemeinschaftsschule Schacht-Audorf zusammenfassen. Auch deshalb setzten sie sich Ende vergangenen Jahres mit einer Petition für den dauerhaften Verbleib eines Lehrers ein, der zurzeit als Aushilfskraft an der Schule beschäftigt ist.

„Schon seit mehreren Jahren gibt es bei uns zu wenige Lehrer“, kritisiert Jörg Asmus, Vorsitzender des Elternbeirats. „Wenn dann mal eine Grippewelle kommt, fallen viele Stunden aus.“ Ersatzkräfte gebe es erst, wenn ein Lehrer für längere Zeit ausfällt, „und dann nur für eine halbe Stelle“. In den letzten Monaten lägen die Stundenausfälle zwischen 2,2 und 2,7 Prozent. Der Sparzwang werde „auf dem Rücken der Kinder ausgetragen“.

Mit ihrer Kritik sowie der Petition zum Verbleib des Lehrers, der seit vergangenem Sommer eine Kollegin in Elternzeit vertritt, haben sich die Eltern an Anne Dube, die Schulrätin des Kreises, gewandt. Knapp 250 Eltern und Schüler hatten unterschrieben. Die Schulrätin sieht jedoch wenig Spielraum: „Wir freuen uns, dass wir für den Lehrer einen neuen Vertrag bis Ende des Schuljahres vereinbaren konnten.“ Aufgrund einer festen Vorgabe der Lehrerzahlen (Planstellen) sei eine Umwandlung des Vertretungsstatus’ in eine Festanstellung allerdings nicht möglich. Die aus Elternvertretersicht häufigen Stundenausfälle in den letzten Monaten begründete Dube damit, dass diese für die „Erkältungszeit“ nicht außergewöhnlich seien. Der Wegfall von Lehrkräften durch Krankheit werde aufgefangen „durch eine Fülle von konstruktiven Maßnahmen“ wie Klassenzusammenführungen oder Unterricht in Eigenverantwortung für die höheren Klassenstufen. Bei den Grundschulklassen gebe es gar keinen Unterrichtsausfall.Nach einer Studie des Landes waren in Schleswig-Holstein zwischen Oktober 2014 und Juli 2015 2,9 Prozent aller Unterrichtsstunden ersatzlos ausgefallen. Im Kreis lagen die Zahlen deutlich höher bei 4,1 Prozent.

Die Elternvertreter wollen sich mit der Antwort des Kreises nicht zufrieden geben. „Bloß weil wir bei den Ausfällen mit unserer Schule im Durchschnitt liegen, müssen wir uns damit ja nicht abfinden“, so Asmus. Dies habe man bereits viel zu lange getan. „Wir kämpfen gern für diese tolle Schule“, sagt Elternvertreterin Nadja Köhn. „Der Direktor und die Lehrer sind sehr engagiert und mein Sohn besucht sie sehr gern.“ Ihr wie den anderen Vertretern ist die Planstellen-Problematik bewusst. Deshalb fordern sie ein Umdenken auf Landesebene. Mitte Januar schrieben die Elternvertreter ans Bildungsministerium und baten um eine Stellungnahme bis Mitte Februar. Auf die Antwort warten sie noch. Asmus: „Wir haben einen langen Atem und werden hartnäckig bleiben.“ Wenn sich nichts bessern sollte, werde man es nicht bei Petitionen belassen. „Ich kann mir gut vorstellen, dass wir als letztes Mittel auf die Straße gehen.“

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