Legendäre Jazzband

Leidenschaftliche Spielfreude: Die Musiker der Band 'Jazz O Maniacs' gastierten  auf Einladung des Storyville Jazzclubs in Rendsburg. Foto: Amm
Leidenschaftliche Spielfreude: Die Musiker der Band "Jazz O Maniacs" gastierten auf Einladung des Storyville Jazzclubs in Rendsburg. Foto: Amm

Der Storyville Jazzclub kündigt eine Sommerpause an. Doch zunächst begeisterte noch ein Auftritt der Band "Jazz O Maniacs" aus Hamburg die Fans.

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19. Mai 2009, 09:48 Uhr

Rendsburg | Die Band "Jazz O Maniacs" sorgte für einen vorläufigen Höhepunkt der Saison. Die Hamburger Formation spielte am Wochenende das letzte Konzert vor der Sommerpause des Storyville Jazzclubs. Rund 80 begeisterte Zuhörer feierten die Musiker in der Remise von Hansens Hotel.

Die Kult-Band reiste überraschend mit acht Musikern an. Denn verpflichtet worden waren nur sieben Künstler. Doch erst kürzlich ist die Formation um den jungen Musiker Patrick Mader erweitert worden, der nun ebenfalls in Rendsburg auf der Bühne stand und gekonnt die meist gestopfte Posaune blies. Jung und relativ neu ist auch David Schweikard, der Klarinette, Sopran- und Tenorsaxophon spielte.

Die Band "Jazz O Maniacs" wird geleitet von Roland Pilz, Kornettist und Moderator. Gegründet wurde das Ensemble im Jahr 1966 und gehört damit zu den ältesten Jazzbands Deutschlands. Die Mitglieder spielen nach eigenen Angaben "die schönste Musik der Welt": Die Melodien aus der Chicago South Side, die vor allem in den Jahren 1927/28 entstanden. Ungemein präzise wurde dieser Stil musiziert: Im Mittelpunkt stand eine Kollektiv-Improvisation, eingerahmt von kleinen Arrangements, gelegentlich mit Einzel- oder Duo-Gesangseinlagen.

Zur Eröffnung spielten die "Jazz O Maniacs" eine Louis-Armstrong-Nummer von 1927: "Funny Feathers Man". Da beeindruckte schon Christoph Ditting mit seinem Spiel auf dem Alt-Saxophon. Doch neben so seltenen Titeln wie "Shine on your shoes" oder "Deed I do" kam auch Altbekanntes zu Gehör, wie "Down in Honky Tonk Town".

Die ausgefallenen Titel waren besonders den altgedienten Bandmitgliedern vorbehalten: In "Dropping Chuck", eine Komposition von Lil Hardin, sowie in "What you want me to do" legten sie los und bewiesen ihr Können: Dietrich Kleine-Horst versteckte sich zwar hinter seiner selbstgebauten Tuba, brachte auf ihr aber wunderschöne Töne hervor. Owe Hansen glänzte mit Banjospiel und Gesang, begleitet von Andreas Clement am Piano. Einsame Spitze war Gunther Andernach mit seinem Solo am Waschbrett - seit 50 Jahren in der Jazz-Szene verankert. Er gilt als bester Washboarder Europas - heute schon eine legendäre Figur.

Es war schon spät geworden, doch die Zuhörer erzwangen eine Zugabe: Zum endgültigen Abschied in die Sommerpause erklang der Titel "Aint Misbehavin" von Fats Waller.

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