Lebhafte Kletterer und eifrige Knabberer

Kein Stück Holz ist vor ihnen sicher: Kanadische Rothörnchen sind gute Kletterer und knabbern gern. Foto: Stammnitz
Kein Stück Holz ist vor ihnen sicher: Kanadische Rothörnchen sind gute Kletterer und knabbern gern. Foto: Stammnitz

Bemerkenswerte Tiere porträtiert Tierpfleger Frank Stammnitz in einer Serie. Heute (Teil 15): Die bildschönen und lebhaften Kanadischen Rothörnchen.

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12. Dezember 2008, 09:54 Uhr

Tamiasciurus hudsonicus, das Kanadische Rothörnchen, gehört zur Gattung der Hörnchen beziehungsweise Baumhörnchen. Dieses possierliche Nagetier ist auch als Gemeines Rothörnchen oder Chickarees bekannt. Im Englischen läuft es unter dem Namen red squirrel.

Die Heimat der Rothörnchen sind die Waldregionen der Rocky Mountains, Kanada, Alaska sowie die der nördlichen USA. Bevorzugt werden dort Nadelwälder. Ihre Kletterkünste treibt die Hörnchen in die oberen Etagen der Bäume. Den Boden betreten sie selten. Als Kulturfolger erschlossen sie sich auch die Grünanlagen der Städten.

Die Kopf-Rumpflänge beträgt um die 20 Zentimeter - wobei noch etwa 15 cm Schwanzanteil hinzu kommen. Das Fell weist unterschiedliche Farbtöne auf. Es variiert von rotbraun bis hin zu einem fast schwarzbraun. Die Bauchseite ist weißlich gefärbt. Ein dunkelschwarzes Längsband ziert die Flanken.

Kanadische Rothörnchen sind das ganze Jahr über aktiv und bauen teilweise Nester in den Bäumen. In den Wintermonaten wechseln sie in Baumhöhlen, die von größeren Vögeln verlassen wurden. Diese werden dann mit Blättern und Moos ausgepolstert. An besonders kalten Tagen verlassen sie ihren Kogel nicht.

Ein Nahrungsvorrat ernährt die Chickarees im Winter. Dieser besteht vorwiegend aus Sämereien, Nüssen sowie Tannenzapfen. In den Sommermonaten wird der Speiseplan durch Vogeleier, Jungvögel, Pilze, Insekten sowie pflanzliche Nahrung ergänzt. Durch die akribische Sammelleidenschaft von Samen trägt das Rothörnchen wesentlich zu der Verbreitung von Baumkulturen bei.

Rothörnchen sind vorwiegend Einzelgänger. Nur in der Paarungszeit finden sich Pärchen zusammen. Das sollte bei der Haltung beachtet werden. In der Praxis bewähren sich zwei Volieren, die mit einem kleinen Durchgang verbunden sind. So können sich die Paare bei Bedarf aus dem Weg gehen.

Nach einem Jahr sind die Tiere geschlechtsreif. Die Paarungszeit erstreckt sich vom Februar bis in den August hinein. Das Männchen hat ein gewaltiges Stimmenrepertoire. Es reicht von einem Pfeif-Sing-Ton bis zu einem kurzen kräftigen Rufen und lockt damit das Weibchen. Nach einer erfolgreichen Paarung bringt sie nach 35 Tagen bis zu sechs Junge auf die Welt. Junge Rothörnchen säugen gut zwei Monate und bleiben meist noch das nächste halbe Jahr bei der Mutter. Die Tiere werden in der freien Wildbahn bis zu acht Jahre alt.

Eine richtige Leidenschaft der Kanadischen Rothörnchen ist das Nagen. Kein Stamm, kein Ast oder Holzstück ist vor ihnen sicher. Alles wird fein geschreddert. Diese Eigenart sollte beim Kauf oder Bau einer Voliere beachtet werden. Auf eine Begrünung kann verzichtet werden. Die Kletteräste werden freischwingend an Ketten aufgehängt. Das entspricht dem natürlichen Lebensraum.

Vor der Anschaffung von Tamiasciurus hudsonicus ist eine fachliche Beratung anzuraten. Denn außerdem sollte in regelmäßigen Abständen tierisches Eiweiß in Form von Mehlwürmern oder Eiern angeboten werden. Ein Geweihende erfüllt dasselbe. Äpfel, Weintrauben oder mal ein Stück Banane ergänzen den Vitaminbedarf. Ansonsten sind Kanadische Rothörnchen ausgesprochen lebhafte und bildschöne Pfleglinge, die dem Halter über Jahre viel Freude bereiten.

Nächste Folge:

Der Riesenmauergecko


Kontakt
„Tierpfleger unterwegs“, Frank Stammnitz, Tel. 04331 / 4590200 oder service@tierpfleger-unterwegs.de

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