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Der Traum vom Haus : Lebenstraum Resthof: „Man ist nie fertig“

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

Bernd-Dieter Burkhardt kaufte vor 25 Jahren einen Resthof in Timmaspe - Die Arbeiten am Haus sind noch immer nicht ganz abgeschlossen. Die große Scheune mit Stallungen soll bald zur Ferienwohnung oder Ausstellungsräumen werden.

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erstellt am 15.Okt.2013 | 12:00 Uhr

Als junger Student von der Stadt aufs Land, einen Resthof kaufen und diesen in Eigenregie wieder aufbauen. Diesen Traum erfüllte sich Bernd-Dieter Burkhardt vor ziemlich genau 25 Jahren. Das Gebäude in der Hauptstraße in Timmaspe stammt aus dem Jahr 1860 und verfügt über 400 Quadratmeter Wohnfläche mit Stallungen und 2800 Quadratmeter Grundstück. Und auch nach einem Vierteljahrhundert ist das Gebäude noch immer nicht ganz fertig. Bernd-Dieter Burkhardt gesteht: „Es ist eine Art Lebensaufgabe.“

Als Burkhardt das Haus damals kaufte, kamen erst einmal die Nachbarn rüber um zu gucken, „was für Verrückte das wohl sein müsse“, lacht der 57-Jährige, „denn einen Resthof zu sanieren ist alles andere als einfach.“

Der selbstständige Architekt schwelgt 25 Jahre nach Unterzeichnung des Kaufvertrages in Erinnerungen. Von Dingen, die gut liefen, und von Dingen, die weniger gut liefen, von Höhen und Tiefen, Erfolgen und Rückschlägen. „Opa fuhr damals mit dem Rad von Kiel nach Timmaspe, wenn Oma ihn mal wieder genervt hat und ihm die Decke auf den Kopf gefallen ist“, lacht Burkhardt, „ja, wir haben einiges mit diesem Haus erlebt.“

Besondere Kopfschmerzen bereiteten dem handwerklich begabten Architekten die Wände des Hauses. Denn die waren feucht. Doch auch dieses Problem wurde gelöst. Über die Erfahrungen mit der Resthofsanierung sagt Bernd-Dieter Burkhardt: „Ich würde gerne ein Buch darüber schreiben, sowohl fachlich, als auch über das Drumherum. Aber leider finde ich keine Zeit dafür.“

Zwischen damals und heute erkrankte der 57-Jährige schwer und trennte sich von seiner damaligen Lebensgefährtin. Die Arbeiten am Haus ruhten. 1996 lernte Bernd-Dieter Burkhardt seine zweite Frau Christine kennen und lieben, „danach ging es raketenhaft zu“, gesteht der Architekt. So wurden unter anderem die Außengestaltung in Angriff genommen und die Bäder renoviert. Nach all den Jahren findet der Resthofbesitzer immer noch genügend Motivation. „Ich bewundere meinen Mann für seine Energie. Er schafft es immer wieder diese Flamme zu entfachen“, lobt Christine Burkhardt ihren Ehemann. Jeder Winkel in dem Haus erzähle seine eigene Geschichte, das motiviere. Dass die freie Zeit der Eheleute komplett in Hausarbeiten investiert werde, habe aber auch seine Nachteile, erklärt Christine Burkhardt: „Einen Resthof kaufen ist immer ein Traum, denken viele, aber die Realität sieht anders aus.“ Da bleibe auch viel Privates auf der Strecke. „Man kann sich nicht einfach mal eine vierwöchige Auszeit nehmen und beispielsweise in dem großen Garten gar nichts machen. Das wächst einem dann im wahrsten Sinne alles über den Kopf“, gesteht Christine Burkhardt.

Der studierte Architekt hat sich vor wenigen Wochen ein Büro im Resthof eingerichtet. Vorher arbeitete er im Amt Probstei und musste viele Fahrkilometer auf sich nehmen. „Hier auch wieder zu arbeiten und nicht nur zu wohnen ist wie ein Neuanfang“, freut sich der Akademiker. Da können er und seine Frau auch mal eine gemütliche Kaffeepause einlegen und die Zeit zu zweit genießen.

Derzeit beschäftigt sich das Ehepaar mit der Fassadengestaltung. Erst vor kurzem wurde das Haus neu angestrichen. Die Stallungen stehen noch leer, beziehungsweise werden derzeit als große Werkstatt genutzt. Irgendwann einmal sollen dort Ferienwohnungen entstehen oder Räumlichkeiten für Ausstellungen und Veranstaltungen. „Aber“, gesteht Bernd-Dieter Burkhardt, „man ist nie fertig.“ Doch der Traum vom Resthof ist Wirklichkeit geworden.

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