Stahl-Korsett für Brückenpfeiler : Lebenserhaltende Bauarbeiten an der Rader Hochbrücke

Verkehrskreuz und Sorgenkind: An der Rader Hochbrücke sind weitere Sanierungen notwendig.
Verkehrskreuz und Sorgenkind: An der Rader Hochbrücke sind weitere Sanierungen notwendig.

Weitere Sanierungen an der Rader Hochbrücke sind notwendig. Der Verkehr auf der A7 soll nicht beeinträchtigt werden.

shz.de von
01. August 2018, 12:28 Uhr

Ob die Brücke das Ende ihrer Restlebenszeit noch mit voller „Leistungsfähigkeit“ erreicht, scheint fraglich: An einem der wichtigsten Verkehrskreuze des Landes stehen bereits die nächsten Sanierungsarbeiten an. Wie der Landesbetrieb Straßen und Verkehr (LBV.SH) per Medien-Information mitteilte, wird ab Mitte August wieder an der Rader Hochbrücke gearbeitet. Die Vorbereitungen dafür haben bereits Mitte Juli begonnen.

„Die Nachrechnung der Rader Hochbrücke hat [...] ergeben, dass für die restliche Nutzungsdauer das Bauwerk zu verstärken ist“, meldete der LBV am Dienstag. Das bedeutet: Es sind weitere Bauarbeiten notwendig – trotz des verordneten Schonprogramms (unter anderem Geschwindigkeitsbegrenzung für Lkw). Diese Schritte wurden 2018 bereits durch eine intensivere bauliche und verkehrliche Kontrolle ergänzt: Ursprünglich war für dieses Jahr eine einfache Prüfung vorgesehen. Das Verkehrsministerium in Kiel hatte aber eine „Brückenhauptprüfung“ angesetzt, bei der auch schwer zugängliche Teile begutachtet werden.

Müssen verstärkt werden: Die Stahlträger auf den Pfeilern.
Matthias Hermann
Müssen verstärkt werden: Die Stahlträger auf den Pfeilern.
 

Damit das Bauwerk sein bereits nach unten korrigiertes Lebensende im Jahr 2026 überhaupt noch erreicht, müssen nun auf der Südseite die Stahlträger über den Pfeilern in bis zu 42 Metern Höhe verstärkt werden. Dabei sollen 40 Meter lange Stahllamellen an die bestehende Konstruktion angeschweißt und verschraubt werden.

Diese Stahllamellen werden seit Mitte Juli bereits vorgefertigt und mit einem Korrosionsschutz versehen. Ab Anfang August werden die ersten Teile dann auf die Baustelle geliefert. Die Montage der Stahlbauteile soll ab dem 20. August beginnen und erfolgt mit Hilfe vorher montierter Arbeits- und Schutzgerüste, unterhalb des sogenannten Durchlaufträgers mit der Fahrbahn. Die Gerüste werden während der Bauarbeiten umgebaut und versetzt, da nicht alle Verstärkungsbereiche gleichzeitig eingerüstet werden. Sämtliche Arbeiten werden unterhalb der Hochbrücke ausgeführt, so dass der Verkehr auf der Autobahn 7 durch diese Arbeiten nicht beeinträchtigt wird. Auch wird er für die Autofahrer auf der Brücke nicht sichtbar sein. Die Verstärkung der Stahlträger soll Ende Oktober abgeschlossen sein.

Zur Vorgeschichte: Schon 2013 wurden an der 1972 eröffneten Brücke im Zuge der Autobahn 7 über den Nord-Ostseekanal schwerwiegende Mängel entdeckt, der Zustand des Bauwerks wurde als „kritisch“ eingestuft. Nach ersten Instansetzungsarbeiten wurde unter anderem für Lkws ein Überholverbot und Tempolimit von 60 Stundenkilometern eingeführt, der Schwerlastverkehr auf 84 Tonnen begrenzt. Damit soll die Brücke, deren Restlebenszeit 2026 endet, geschont werden.

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