zur Navigation springen

Rendsburg-Eckernförde : Langzeitarbeitslose ohne Chance

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Bilanz der Arbeitsagentur: Menschen mit Berufsabschlüssen sind weitgehend in Jobs vermittelt. Nun sollen Unternehmen den Rest ausbilden.

shz.de von
erstellt am 12.Feb.2015 | 06:00 Uhr

Kein Berufsabschluss und über zwölf Monate ohne Job – diese beiden Kriterien passen auf immer mehr Arbeitslose im Kreis Rendsburg-Eckernförde. Hintergrund ist die robuste Entwicklung am Arbeitsmarkt der vergangenen Jahre, teilte jetzt Carsten Ludwig, Leiter der Agentur für Arbeit Neumünster, mit. Er sprach von einer stabilen Situation in seinem Bezirk. Nun seien vor allem die Arbeitgeber gefragt, sich den Geringqualifizierten anzunehmen.

Demnach ist die Arbeitslosenquote im Kreis gegenüber 2013 im vergangenen Jahr um 0,2 Prozentpunkte auf 5,5 Prozent gesunken. Die Folge dieser Entwicklung sei, dass viele Arbeitslose mit Schul- und Berufsabschluss wieder in Arbeit vermittelt worden seien. Übrig bleiben Ludwig zufolge vor allem Langzeitarbeitslose und Menschen ohne Abschluss. Das zeige sich besonders im Bezirk der Geschäftsstelle Rendsburg. „Das Risiko, arbeitslos zu werden, ist 2014 kaum größer geworden. Die Chance für Arbeitslose, kurzfristig wieder eine Beschäftigung zu finden, allerdings auch nicht“, sagte Ludwig. Deshalb sei die Langzeitarbeitslosigkeit gestiegen: Ihr Anteil an allen Arbeitslosen liege 2014 bei 33,6 Prozent nach 31,4 Prozent im Vorjahr.

„Wenn wir nicht gegensteuern, nimmt dieser Anteil weiter zu“, sagte Ludwig. In die Bemühungen der Agentur für Arbeit und des Jobcenters fallen auch Jobsuchende ohne Berufsabschluss, erklärte Frank Vollmer, Geschäftsstellenleiter in Rendsburg. Neben vielen jungen Menschen unter 25 Jahren seien auch durchaus Ältere über 50 Jahren darunter. Für 25- bis 35-Jährige hält die Agentur betriebliche Umschulungen und Teilqualifizierungen für die richtigen Mittel. „Wir wünschen uns mehr Bereitschaft unter den Arbeitgebern, diesen Arbeitslosen eine Chance zu geben“, sagte Carsten Ludwig. Bei vielen Bewerbern sei die Motivation hoch. Zudem könnten sie noch 30 bis 35 Jahre im Beruf stehen. „Das ist eine gute Variante für Betriebe, die keine Auszubildenden finden“, so Ludwig. Am liebsten sei es ihm, wenn Betriebe sowohl einen Jugendlichen als auch einen Älteren für die Ausbildung einstellen würden. Die Agentur wolle weiter bei Unternehmen für die betriebliche Umschulung werben.

Erfreut zeigte sich Carsten Ludwig, dass die Zahl der Unterbeschäftigten gegenüber 2013 abgenommen hat. Darin sind Einwohner in Rendsburg-Eckernförde berücksichtigt, die keine Arbeit haben. Dazu zählen auch Ein-Euro-Jobber und Arbeitslose in Weiterbildungsmaßnahmen. Deren Zahl sank um 202 auf durchschnittlich 9504, den niedrigsten Wert seit 2011 mit fast 10  500 Personen.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist in Rendsburg-Eckernförde nur geringfügig um 0,1 Prozent auf 71  298 gestiegen. Damit blieb der Kreis unter dem Landeszuwachs von 1,67 Prozent zurück. Carsten Ludwig erfreut die Zahl dennoch, da es vor zehn Jahren noch rund 9000 Beschäftigte weniger gab.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen