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Landeszeitung

22. Oktober 2017 | 16:16 Uhr

Esel-Tag : Langohren locken Besucher an

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Im Tierpark Arche Warder drehte sich einen Tag lang alles rund um das Thema Esel und Maultiere. Publikumslieblinge waren die zotteligen Poitou-Esel.

Poitou-Esel sind Publikumslieblinge. Exkursionen zu den zotteligen Rieseneseln waren am Wochenende ein Hauptprogrammpunkt in der Arche Warder. Wie gewohnt, waren bei den Eseltagen im Tierpark zwei- und vierbeinige Vertreter der „Esel- und Muli-Freunde Deutschland“ zu Gast. Kleine Besucher konnten mit den Zwergeseln verschiedene Putz- Führ- und Futterübungen absolvieren und zur Belohnung einen „Eselführerschein“ mit nach Hause nehmen.

Eine knappe Viertelstunde dauerte es, bis Eseltierpfleger Thomas Petersen und seine Exkursionsteilnehmer die Poitous auf ihrer neun Hektar großen Weidefläche ausfindig gemacht hatten. Petersen nutzte die Zeit zu einigermaßen spektakulären Mitteilungen zum aktuellen Stand des Poitou-Zuchtprogramms. Die Warder-Eselstuten „Tadjine“ und „Ulote“ sind derzeit in Hannover, um sich an der tierärztlichen Hochschule der niedersächsischen Hauptstadt mit eingefrorenem Sperma des einstigen Warder-Zuchthengstes „de Gaulle“ künstlich besamen zu lassen.

„Das ist beim ersten Mal fehlgeschlagen“, berichtete Petersen, „das ist jetzt der zweite Versuch, und wir sind guter Hoffnung.“ Eine an den Stuttgarter Zoo ausgeliehene Poitou-Eseldame soll gern trächtig nach Warder zurückkehren, und auch Warder-Zuchthengst „Prosper“ weiß, was von ihm erwartet wird. „Wenn alles so klappt, wie wir uns das vorstellen, dann haben wir hier im nächsten Jahr vier Fohlen“, meinte Petersen.

Diesmal waren es die Poitou-Stuten „Pauline“ und „Brise“ sowie Wallach „Chiron“, die auf Anhieb Freundschaft mit den Exkursionsteilnehmern schlossen. Die Bereitwilligkeit, mit der sich die drei Poitous von den Tierparkbesuchern kraulen ließen, zeigte auf bemerkenswerte Weise: Esel sind keine Fluchttiere. „Pferde sind Savannentiere und Fluchttiere wie im Bilderbuch“, erklärte Horsemanship-Experte Carsten Goll, der beim Eseltag einen Übungsparcours aufgebaut hatte: „Esel sind ursprünglich in gebirgigen Regionen zu Hause, wo sie erst mal gucken und alles abwägen, bevor sie losgehen.“

„Ein Esel trifft seine eigenen Entscheidungen, und das macht ihm zu einem ganz spannenden Tier“, vermerkte Heide Klencke, die mit ihrem Zwergesel „Käthe“ schon zum dritten Mal am Eseltag-Treffen der „Esel- und Muli-Freunde“ teilnahm: „Der Tierpark bietet uns hier ein wunderbares Umfeld, um uns mit anderen Eselleuten zu treffen und den Besuchern zu erzählen, was man mit Eseln alles machen kann.“

Dass Maultierstute „Rafaela“ mehr Pferd als Esel ist, konnte man ebenfalls an ihrem Verhalten auf dem von Goll aufgebauten Parcours ablesen. „Sie hat die Hindernisse ganz toll bewältigt“, freute sich „Rafaelas“ Eigentümer Holger Suhl, „als Maultier hatte sie eine Pferdemutter, ist von Pferden sozialisiert worden und darum wie ein Pferd handhabbar.“ „Rafaela“ wurde von der Bundeswehr als Tragtier eingestellt, aber wieder ausgemustert, weil man feststellte, dass sie in ihrem Herkunftsland Spanien schwer misshandelt worden war. Holger Suhl hat lange gebraucht, um das Vertrauen von „Rafaela“ zu gewinnen. „Maultiere werden verkannt“, steht für den Fockbeker fest, „das sind wunderbare Reittiere, mit denen man auch toll spazieren gehen kann.“

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