Tag des offenen Hofes : Landwirtschaft zum Anfassen

Highland-Cattle-Fütterung: Das schottische Hochlandrind „Lotta“ ist eine Flaschenaufzucht und deshalb extrem zutraulich.
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Highland-Cattle-Fütterung: Das schottische Hochlandrind „Lotta“ ist eine Flaschenaufzucht und deshalb extrem zutraulich.

Der „Tag des offenen Hofes“ zog gestern viele Besucher an. Bauernhöfe boten Kühe zum Streicheln, Ponyreiten und einen Aufsitzmäher-Parcours.

shz.de von
15. Juni 2014, 13:01 Uhr

Interessante Fakten über Landwirtschaft, viel Spaß für die Kinder, aber auch Kritik an der Politik – die Bauernhöfe hatten für ihre Besucher beim „Tag des offenen Hofes“ gestern ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt.

Bereits im Februar hatten Katja und Henrik Butenschön aus Bargstedt beschlossen, bei dem deutschlandweit stattfindenden „Tag des offenen Hofes“ mitzumachen. Nun freuten sich die Besitzer des landwirtschaftlichen Betriebes mit 230 Kühen und 110 Bullen über die zahlreichen Besucher aus Bargstedt, der näheren Umgebung und ganz Schleswig-Holstein auf ihrem Hof. „Das ist unglaublich und viel besser, als wir es uns erhofft haben.“

Der Milchviehbetrieb Butenschön in Bargstedt war einer von 33 Höfen, die sich an der Aktion des Bauernverbands, der Landjugend und des Landfrauenverbands sowie der Landwirtschaftskammer beteiligte. „Uns war es wichtig, dass sich neben den Obst- und Gemüsehöfen auch ein Milchviehbetrieb präsentiert“, erklärte Henrik Butenschön.

Neben den zahlreichen landwirtschaftlichen Maschinen standen auch die Stallungen und andere Gebäude zum Erkunden bereit. Nähere Erläuterungen zu den einzelnen Bauwerken boten Tafeln, die an jeder Ecke des Hofes zu finden waren. Die vier Auszubildenden informierten aus erster Hand. Zusätzlich gab es fünf große Themenbereiche wie Grünlandpflege, Ackerbau, Tiergesundheit und das Milchvieh. Handelsfirmen und Dienstleister wie die HaGe mit Qualitätsfutter, Melktechnik Carstensen und die Genossenschaft Rinderzucht Schleswig-Holstein stellten sich vor und präsentierten ihre Produkte. Der Hof Siek aus Bothkamp stellte seinen Lehrpfad zu der regionalen Kulturlandschaft vor und die Firma Janßen Land-, Forst- und Gartentechnik aus Bargstedt rief zum Rasenmähergeschicklichkeitsrennen auf. Viel Spaß dabei hatte auch der dreijährige Collin aus Rendsburg, der eine Runde mit seinem Vater drehen durfte. „Es ist wirklich schön hier“, lobte Julius Angres. „Für jede Altersklasse ist etwas dabei.“

So konnten die kleinen Besucher auf der Heuburg toben, beim örtlichen Imker Kerzen färben oder bei den „Tobis“, dem Förderverein des Kindergartens und der Schule in Bargstedt, Taschen bemalen, Laubsägen sowie sich schminken lassen. Lina Butenschön organisierte mit ihren Freundinnen Johanna und Larina aus Nortorf eine Pony-Show. Die drei Freundinnen freuten sich über die Zuschauer, die die Vorführungen mit den drei Ponys Eddy, Gauner und Schneefuß aufmerksam verfolgten. Das Highlight war aber die Hof-Rallye mit Aufgaben rund um den landwirtschaftlichen Betrieb, bei der jedes Kind am Ende einen kleinen Preis erhielt. „Noch bevor wir einen ersten Rundgang machen konnten, mussten wir zurück zum Bullenstall“, erzählten die Eltern von Anneke-Marie und Bente-Sophie Mohr lachend, die voller Tatendrang gleich die erste Aufgabe absolvieren wollten: „Male ein Tier oder eine Blume auf die Außenwand vom Bullenstall“. Die Familie aus Hohn hatte von der Veranstaltung in desr Landeszeitung gelesen und war sich sicher, dass es ihnen gefallen werde. Gefallen hat dem Ehepaar Sievers aus Oldenhütten die Bilderausstellung über die Geschichte des Hofes. Familie Butenschön hat liebevoll die Entwicklung des seit 1877 bestehenden Betriebes mit Bildern, Fotografien und Zeitungsausschnitten dargestellt.

Auch der Erlebnisbauernhof Bracker in Heinkenborstel beteiligte sich am „Tag des offenen Hofes“. 400 Tiere tummeln sich auf dem Hof, und die meisten von ihnen ließen sich gestern bereitwillig von den Besuchern streicheln. Der „Kinderbeliebteste Ferienhof Deutschlands“ (als solcher 2005 und 2013 ausgezeichnet) präsentierte sich zum ersten Mal beim Hoftag. „Wir wünschen uns von der Politik mehr Impulse“, sagte Volker Bracker. „Statt Schulklassen zum Skifahren in die Berge zu schicken, könnte man die Kinder doch auch auf die Bauernhöfe kommen lassen.“ Die kleinen Aktionstagsbesucher konnten Ponyreiten, Filzen oder Fußballgolf spielen. Außerdem wurden gestern auf dem Ferienhof Bracker die Jährlingslämmer geschoren.

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