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Hoher besuch in Mörel : Landwirte fordern „sanfte Landung“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Europaabgeordnete Joseph Daul aus dem Elsass war zu Besuch auf dem Hof von Kreisbauernchef Klaus-Peter Lucht in Mörel. Entdeckt wurden viele Gemeinsamkeiten.

Gleich zwei hochkarätige EU-Parlamentarier hatte Klaus-Peter Lucht auf seinem Betrieb zu Gast. Der CDU-Spitzenkandidat für die Europawahl, Reimer Böge, hatte nämlich seinen französischen Fraktionskollegen Joseph Daul mitgebracht. Der Elsässer ist Fraktions-Chef der Konservativen im EU-Parlament und wurde darüber hinaus im März zum neuen Vorsitzenden der Europäischen Volkspartei (EVP) gewählt.

„Wir arbeiten seit langem zusammen und sind auch freundschaftlich verbunden, und da habe ich ihn gefragt, ob er im Rahmen seiner Wahlkampfrundreise einen Abstecher nach Schleswig-Holstein machen würde“, berichtete Böge, „außerdem ist es immer interessant zu erfahren: Was denkt ein Franzose über die aktuellen Herausforderungen?“ Am Vormittag hatten Böge und Daul eine Baumschule in Tangstedt besichtigt. In Mörel wurden die beiden von Bürgermeister Lucht über dessen Betrieb geführt, der Milchviehhaltung mit einem Heuhotel kombiniert. „Die schleswig-holsteinischen Milchviehbetriebe haben alle viel investiert, um zu wachsen“, betonte Lucht und formulierte zwei Hauptforderungen des Bauernverbands an die EU-Politiker. Zum einen hält Lucht die EU-Düngeverordnung für „zu scharf“, weil den Landwirten eine vorher übliche Ausnahmegenehmigung zur Ausbringung von Gülle auf Grünland genommen worden ist. Außerdem würden sich die Milchbauern wünschen, dass sie im letzten Jahr der Milchquotenregelung von Strafzahlungen verschont bleiben mögen: „Da fordern wir die uns versprochene ‚sanfte Landung’.“

Daul ist selbst Landwirt, und kann sich gut in die Situation der mittelholsteinischen Milchbauern hineinversetzen: „Das ist wie bei uns im Elsass, die Leute passen sich an.“ Wobei der Strukturwandel in seiner Heimat schon weiter fortgeschritten sei, wie der EVP-Chef mit Blick auf Luchts 74 Milchkühe anmerkte: „Bei uns haben die Betriebe im Schnitt über 100 Milchkühe.“

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