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Diskussion um Rettungshubschrauber : Landrat fordert leiseren Rettungshubschrauber

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

In der Debatte um den Rettungshubschrauber gibt es eine neue Idee: Landrat Dr. Rolf-Oliver Schwemer bringt ein leiseres Modell ins Spiel.

Die Debatte um den Fluglärm des Rendsburger Rettungshubschraubers „Christoph 42“ nimmt eine neue Wendung. Nachdem sich die Politik aus Kostengründen dagegen ausgesprochen hat, den Hubschrauberstandort von der Imland-Klinik zum Flugplatz Schachtholm zu verlegen, bringt Landrat Dr. Rolf-Oliver Schwemer eine neue Lösung ins Spiel. Wie der Chef der Kreisverwaltung gegenüber der Landeszeitung bestätigte, habe er die DRF-Luftrettung dazu aufgefordert, künftig einen leiseren Hubschrauber in Rendsburg einzusetzen. Zudem solle mindestens ein weiterer der drei im Land stationierten Rettungshubschrauber technisch so ausgerüstet werden, dass er nachts fliegen kann. Bisher verfügt allein „Christoph 42“ über diese Möglichkeit, weswegen sämtliche Nachtflüge von Rendsburg aus abgewickelt werden müssen. Den Standort neben der Imland-Klinik stellte der Landrat nicht in Frage.

Schwemer sagte, dass die DRF-Luftrettung bereits an anderen Standorten außerhalb des nördlichsten Bundeslandes sehr leise Hubschrauber stationiert habe. Sollte sich die gemeinnützige Stiftung dazu entschließen, auch für Rendsburg einen Helikopter der neuesten Generation anzuschaffen, müsste ihr angesichts dieser erheblichen Investition zugesichert werden, auch für die kommenden Jahre für die Luftrettung in Schleswig-Holstein zuständig zu sein.

Vor diesem Hintergrund betonte Schwemer, dass Schleswig-Holstein das einzige Bundesland sei, in dem die Organisation der Luftrettung nicht beim Land liege. Im Sozialministerium in Kiel sei derzeit ein Gesetz in Vorbereitung, das diese Lücke schließen soll. Schwemer: „Damit könnte das Land dann auch die Bedarfsplanung für die Luftrettung vornehmen.“ In den 15 anderen Bundesländern setzt das zuständige Ministerium die Standorte und die Einsatzbereiche der Helikopter fest. Damit einher gehe, dass die Luftrettung öffentlich ausgeschrieben werde. Das heißt: Wer das wirtschaftlich und qualitativ beste Angebot macht, darf seine Hubschrauber in Schleswig-Holstein einsetzen. Das kann die DRF-Luftrettung sein – aber alternativ auch ein Mitbewerber wie beispielsweise der ADAC.

Petra Hentschel, Sprecherin der DRF-Luftrettung, sagte auf Anfrage, dass man als weltweit erster Luftrettungsbetreiber einen Intensivtransporthubschrauber des Typs H 145 von Airbus Eurocopter in Dienst gestellt habe, der vom Hersteller als leisester Hubschrauber bezeichnet werde. Er erzeuge bei der Landung eine Lautstärke von 90,3 Dezibel, bei „Christoph 42“ liege der Vergleichswert bei 95,8 Dezibel. Ein neuer Hubschrauber des Typs H 145 koste 8,5 Millionen Euro. Hentschel: „Diese können weder die DRF-Luftrettung noch andere Luftrettungsbetreiber ohne vorherige Kostenzusage der Krankenkassen vorfinanzieren.“ „Christoph 42“ sei 2014 zu insgesamt 1568 Einsätzen gestartet. Die DRF gehe davon aus, dass diese Zahl leicht, aber nicht deutlich steigen werde.

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erstellt am 11.Apr.2015 | 05:03 Uhr

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