zur Navigation springen

Schau-Dreschen : Landleben wie in alten Zeiten

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Wie zu Opas Zeiten: Das Dreschen auf historischen Maschinen gleich zu Jahresbeginn hat Tradition beim Oldtimerclub Norby und Umgebung. Die Besucher konnten wieder ein Stück Zeitgeschichte erleben.

shz.de von
erstellt am 07.Jan.2014 | 12:00 Uhr

Das Mädchen Helene Schlegel freute sich: „Endlich mal wieder Trecker fahren.“ Glücklich drehte die Fünfjährige an dem großen Steuer eines Deutz Oldtimers. Ihre beiden Freundinnen Kira (8) und Ronja Messer (6) „fuhren“ gern mit. Doch ob Landmaschinen testen oder bei den Dreschvoführungen zuschauen, die Mädchen fanden alles interessant.

Die Veranstaltung des Oldtimerclubs Norby und Umgebung „Vom Bauern zum Bäcker“ fand bei Groß und Klein großen Anklang. Auf dem Hof und in der Scheune von Ewald Schlegel konnten gepflegte Prachtstücke aus längst vergangenen Tagen bewundert werden. Regelmäßig fanden Dreschvorführungen statt, bei denen die Mitglieder des Oldtimerclubs gut eingespielt zeigten, wie zu Großvaters Zeiten gearbeitet wurde.

Zuerst wurde das im Vorfeld ganz stilecht mit einem Selbstbinder abgemähte Getreide in einer Dreschmaschine der Marke „Treenkamp“ Baujahr 1913 gedroschen. Auch ein Breitdrescher, Baujahr etwa 1902, wurde hierfür eingesetzt. Mit einer Presse wurden Klappen erstellt. Ein Teil des Getreides wurde mit einer „Stovmöhl“ (Windfege) gereinigt. Hier durfte der dreizehnjährige Besucher Noel de Riese Hand anlegen, was ihm sichtlich gefiel.

Der Großteil des Getreides kam jedoch gleich in die Schrotmühle und wurde gemahlen. „Dieses gemahlene Schrot wird an Tiere verfüttert. Für Brot ist es nicht sauber genug“, erklärte Klaus Peters, der gemeinsam mit Uwe Bot die Schrotmühle vorführte.

Ein historischer Ofen, in dem Brot gebacken wurde, rundete das Angebot ab. Allerdings waren die Brote so begehrt, dass die vorbereiteten 120 Laibe bereits nach gut zwei Stunden ausverkauft waren. Viele Besucher nutzten die Gelegenheit zu einem Klönschnack bei Bratwurst und Erbsensuppe und fachsimpelten über vergangene Zeiten. „Ich kann mich noch gut erinnern, wie Vater und Opa früher gedroschen haben. Die ganze Scheune war ein einziges Staubmeer“, erzählte Jens Schröder, der aus Bahrenfleth angereist war, um sich diese Veranstaltung anzuschauen. Auch Jörn Teffner, der in der Nähe von Probsteierhagen wohnt, nahm insgesamt vier Stunden Fahrt in Kauf. „Es ist immer wieder toll, was die Jungs vom Oldtimerclub auf die Beine stellen“, erklärte er begeistert.

Dirk Jahn, Sprecher der Oldtimerfreunde, zeigte sich sehr zufrieden mit der hohen Besucherzahl und berichtete, dass diese Veranstaltung seit vielen Jahren organisiert werde, um vor allen Dingen den jüngeren Gästen zu zeigen, wie früher gearbeitet wurde. Aber natürlich sei es auch eine willkommene Gelegenheit, die sorgfältig restaurierten historischen Maschinen vorzuführen.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen