Osterrönfeld : Landjugend sucht die Bundessieger

Michael Dederer, Forstwirt im dritten Lehrjahr aus Sachsen-Anhalt, muss die Buchensetzlinge zugleich behutsam und schnell einpflanzen.
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Michael Dederer, Forstwirt im dritten Lehrjahr aus Sachsen-Anhalt, muss die Buchensetzlinge zugleich behutsam und schnell einpflanzen.

Deutschlands bester Nachwuchs aus den Grünen Berufen tritt in Osterrönfeld an .

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04. Juni 2015, 05:33 Uhr

„Grüne Berufe sind voller Leben – Nachwuchs bringt frischen Wind“ – unter diesem Motto treffen sich in dieser Woche junge Auszubildende aus den Grünen Berufen zum Bundesfinale des Berufswettbewerbs der deutschen Landjugend. Die besten 89 von ursprünglich 10  000 Teilnehmern aus Land-, Forst-, Haus- und Tierwirtschaft messen sich auf dem Gelände der Deula in Osterrönfeld.

Nach dem theoretischen Teil am Dienstag ging es gestern ans Baumfällen und -pflanzen, Paletten stapeln und Pasta zubereiten, ans Anfertigen von Vermessungsgeräten und Ferkelspielzeug. Die praktischen Aufgaben machten den meisten Wettkämpfern entschieden mehr Spaß als das Ausfüllen von Fragebögen. „Das Schöne an unserem Beruf ist ja, dass wir nicht 40 Stunden im Büro sitzen. Und am Ende sieht man, was man getan hat“, sagt Sabine Eidan. Die Tierwirtin im dritten Lehrjahr aus Sachsen zieht am liebsten Kälber groß: „Es ist toll zu sehen, wie schnell sie aufwachsen. Jedes Kalb ist anders. Und wie man es behandelt, spiegelt sich später in der Qualität der Milch wider.“

Bei den verschiedenen Disziplinen geht es um Präzision und Geschwindigkeit. Die Setzlinge etwa müssen in gleichmäßigen Abständen unversehrt und in richtiger Tiefe gepflanzt werden. „Der Boden ist miserabel“, ärgert sich Michael Dederer, Forstwirt im dritten Lehrjahr aus Sachsen-Anhalt. „Oben zu weich und weiter unten zu fest.“

Katrin Fischer, Vorsitzende des Bundes der Deutschen Landjugend, schwärmt von der tollen Stimmung: „Das Netzwerken der jungen Leute, die Anspannung vor dem Wettbewerb sind einfach einzigartig.“ Veranstaltet wird der Wettbewerb vom Deutschen Bauernverband, dem Bund der Deutschen Landjugend, dem Deutschen Landfrauenverband und der Schorlemer Stiftung. Alle Beteiligten hoffen, bei der Jugend Interesse für die Grünen Berufe zu wecken. Die Zahl der Auszubildenden sinkt beständig, so in der Landwirtschaft von 40  000 im Jahr 1992 auf 34  000 vor zwei Jahren.

Brigitte Scherb, Präsidentin des Deutschen Landfrauenverbandes: „Der Wettbewerb ist für uns beste Werbung. Wir brauchen junge, motivierte Menschen, die Spaß an der Arbeit haben und das auch nach außen transportieren.“ Werner Schwarz, Vizepräsident des deutschen Bauernverbandes, ergänzt: „Wer bei diesem Wettbewerb vorne dabei ist, der ist auch fit für den beruflichen Wettbewerb.“ Aus dem Kreisgebiet schafften es keine Teilnehmer ins Bundesfinale.

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