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Schwarze Zahlen, neuer Vertrag : Landestheater wieder im Aufschwung

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Alles Gesellschafter bleiben an Bord. Die Basis für den Theater-Neubau in Schleswig ist gelegt.

von
erstellt am 04.Aug.2017 | 10:46 Uhr

Nach langer Talfahrt schreibt die Schleswig-Holsteinische Landestheater und Sinfonieorchester GmbH wieder schwarze Zahlen. Gestern unterzeichneten Vertreter von 15 Kommunen in Rendsburg einen geänderten Gesellschaftervertrag und legten damit die Basis für den weiteren Aufschwung. „Alle Gesellschafter bleiben an Bord. Das war die Bedingung, dass das Land das neue Theater in Schleswig finanziert“, sagte Generalintendant und Geschäftsführer Peter Grisebach.

Mit der Schließung des Stadttheaters in Schleswig aus statischen Gründen im Juni 2011 brachen Einnahmen von jährlich etwa 200  000 Euro weg, erläuterte Aufsichtsratsvorsitzender und Rendsburgs Bürgermeister Pierre Gilgenast. Das Ausweichquartier im Slesvighus bot statt 500 nur noch 300 Plätze an. Einen Busverkehr in benachbarte Spielorte nahm das Publikum kaum an. 30 Prozent der Abonnenten sprangen ab. Zwei Jahre lang schrieb die Landestheater GmbH rote Zahlen. Ein Beratungsbüro warnte vor einem Defizit von in Höhe 800  000 Euro. „Das war eine bedrohliche Situation für den Bestand des Landestheaters“, betonte Gilgenast.

Die Berater legten ein Sanierungskonzept vor, dessen Umsetzung die Wende brachte. Acht von 330 Stellen wurden gestrichen. 2016 wechselte der Sitz des Landestheaters und damit 80 Mitarbeiter von Schleswig nach Rendsburg. „Dadurch entstanden Synergien und Einsparungen“, erläuterte Gilgenast.

Der Erfolg: Seit zwei Jahren schreibt das Landestheater wieder schwarze Zahlen. Das Ergebnis der Saison 2016/2017 steht zwar noch nicht fest. Verwaltungsdirektorin Jana Urhammer kündigte aber ein deutliches Plus an. Das Eigenkapital der Gesellschaft beträgt eine Million Euro mehr als im Jahr 2010. Grisebach weist auch sonst steigende Zahlen vor: Landesweit verzeichnete die Gesellschaft im Jahr 2016 etwa 129  000 Besucher, bis Ende Juli 2017 aber bereits 125  000 Gäste. Die Zahl der Vorstellungen pro Jahr stieg von 721 auf 728. Das Personal wurde auf 382 Mitarbeiter aufgestockt.

Mit dem neuen Vertrag stellt sich das Landestheater neu auf. Die Stadt Schleswig bleibt Mitglied, senkt aber ihren Jahresbeitrag von 560  000 Euro auf 300  000 Euro. Rendsburg erhöht von 500  000 Euro auf 600  000 Euro und erhält mehr Stimmrechte. Nachdem 2015 die Kreise Dithmarschen und Schleswig-Flensburg ihre Mitgliedschaften für die Zeit ab 2019 kündigten, konnte die Gesellschaft letzteren wiedergewinnen. Gilgenast hofft, auch den Kreis Dithmarschen ins Boot zurückzuholen.

Der Vertrag gibt Grünes Licht für das Theater in Schleswig. „Theoretisch könnten morgen die Bagger rollen und einen Neubau für 2019 realisieren“, sagte Grisebach. Die Stadt fasste einstimmig einen Ratsbeschluss über eine Investition von fünf Millionen Euro. Das Land zahlt 2,5 Millionen Euro. Weitere zwei Millionen Euro fließen aus einem Infrastrukturprogramm des Bundes.

Das Theater zahlt jährlich Gehälter in Höhe von 17 Millionen Euro und hat darüber hinaus Kosten für Material und Mieten. Es erhält knapp 14 Millionen Euro aus dem Finanzausgleichsgesetz. Die Gesellschafter bringen gemeinsam fünf Millionen Euro an Beiträgen auf. Die meisten Stimmenanteile halten die Städte Flensburg (42,9 Prozent), Rendsburg (12,42 Prozent) und Schleswig (10,46 Prozent).

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