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Neue Spielzeit : Landestheater: Neue Gesichter, alte Krise

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

Dunkle Wolken über dem Landestheater, die Zukunft ist ungewiss. Doch es wird ambitioniert in die neue Saison gestartet. Gestern wurden neue Mitglieder des Schauspielensembles vorgestellt.

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erstellt am 22.Aug.2014 | 09:27 Uhr

Der neue Spielplan des Landestheaters trägt den Titel „Sein oder Nichtsein“. Er ist ganz bewusst gewählt worden, erklärt Generalintendant Peter Grisebach. Denn nach wie vor ist die Zukunft des Unternehmens mit mehreren Gesellschaftern ungewiss. Dennoch bleibt Grisebach optimistisch und kämpferisch. Gestern stimmte er auf der großen Bühne des Rendsburger Hauses Mitarbeiter und das Schauspiel-Ensemble auf die kommende Spielzeit ein. „Während wir auf Entscheidungen warten, sollten wir uns auf unser Kerngeschäft konzentrieren: Neues suchen und Widerspruch hervorrufen.“

Neues haben auch etliche Schauspieler gesucht. Das sei ein „ganz normaler Prozess“, sagt Schauspieldirektor Wolfram Apprich und habe nichts mit der Situation des Theaters zu tun. Es täte dem Ensemble gut, aufgefrischt zu werden. „Und die Zuschauer sehen neue Gesichter.“ Insgesamt 16 neue Mitglieder wurden begrüßt, darunter auch Regieassistenten und André Becker als Schauspieldramaturg. Von den acht neuen Schauspielern kommen fünf an das Rendsburger Haus, drei gehören zum Schleswiger Ensemble.

Die Schleistadt ist weiterhin ohne Theater. Der Verlust der Spielstätte hat sich finanziell ausgewirkt: 200 000 Euro Minus im Jahr, macht bisher 600 000 Euro. Dabei war das Landestheater unter Peter Grisebach „zum vierten Mal in Folge erfolgreicher als im Wirtschaftsplan vorgesehen“. Ohne das durch Schleswig verursachte Minus „hätten wir ein ausgeglichenes Ergebnis gehabt.“ Jetzt wird nach Lösungen gesucht. Heute endet die Ausschreibung für einen externen Unternehmensberater. Dieser soll mit der Sicht von außen Modelle für eine neue Landestheaterstruktur prüfen. Ohne eine neue Struktur, so der Intendant, müssten weiter Verluste in sechsstelliger Höhe aus dem Eigenkapital ausgeglichen werden – und die Kapitaldecke würde dann zu dünn.

Im April 2015 sollen die Ergebnisse der Unternehmensberatung vorliegen, damit sie ab der Saison 2016/17 umgesetzt werden können. Dieser Prozess soll signalisieren: „Ja, es ist richtig, die Ärmel hochzukrempeln“, erklärte Grisebach. Das betonte auch Pierre Gilgenast. Rendsburgs Bürgermeister ist der neue Aufsichtsratsvorsitzende der Theater GmbH. Er zeigte sich begeistert von den hochklassigen und vielfältigen Lebensläufen der neuen Mitglieder und forderte sie auf: „Bleiben Sie optimistisch und leidenschaftlich dabei“. Dem Intendanten hat er avisiert: Sollte Schleswig als Standort wegfallen, wären alle dortigen Mitarbeiter in der Kanalstadt willkommen.

 

 

 

 

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