Praktikum : Landespastor würdigt die ehrenamtlichen Helfer

Eine Palette Erdbeeren: Landespastor Heiko Naß unterstützte bei der Essensausgabe in der Materialhofstraße.
Eine Palette Erdbeeren: Landespastor Heiko Naß unterstützte bei der Essensausgabe in der Materialhofstraße.

Heiko Naß half in der Rendsburger Tafel bei der Essensausgabe aus. Appell an die Regierung.

shz.de von
22. Juni 2018, 16:16 Uhr

Heiko Naß half in der Rendsburger Tafel bei der Essensausgabe aus. Appell an die Regierung.Ein ungewöhnliches Gesicht in den Räumen der Tafel an der Materialhofstraße: Landespastor Heiko Naß unterstützte die Helfer bei der Essensausgabe. Im Rahmen eines Praktikums informierte sich Naß über die Arbeit der Ehrenamtlichen vor Ort und würdigte das Engagement der vielen Helfer, schreibt das Diakonische Werk Rendsburg-Eckernförde in einer Pressemitteilung. Heiko Naß unterstütze regelmäßig als Praktikant die Arbeit von diakonischen Einrichtungen. Auf diese Weise möchte er sich über die Situation in den Einrichtungen informieren und Kontakt zu den Mitarbeitenden und Hilfsbedürftigen halten.

„Mit ihrem Einsatz setzen sie ein Zeichen der Barmherzigkeit und helfen, die Notlage bedürftiger Menschen zu lindern“, so Naß über die Arbeit in der Materialhofstraße. Gleichzeitig mahnte er, Tafeln seien kein Mittel, um Armut zu bekämpfen. Hier sei der Sozialstaat gefragt. Die Rendsburger Tafel arbeitet unter dem Dach des Diakonischen Werks. Dort erhalten Bedürftige montags bis freitags ein warmes Mittagessen. „Ich bin beeindruckt von der Arbeit und wie gut alles organisiert ist, vom Einsammeln übrig gebliebener Lebensmittel, dem Verarbeiten bis hin zur Ausgabe. Gleichzeitig bietet die Tafel Menschen, die Not leiden, einen Raum, in dem sie wertgeschätzt werden und sich über ihre Probleme austauschen können.“

Der Landespastor nutzte sein Praktikum auch, um mit Bedürftigen ins Gespräch zu kommen. Darunter sind nach Angaben des Diakonischen Werks viele Alleinerziehende, Rentner und Hartz-IV-Empfänger. „Es ist erschreckend, dass in unserem reichen Land so viele Menschen auf gespendete Lebensmittel angewiesen sind“, sagte Naß. „Die Tafeln sind ein Zeichen dafür, wie groß die soziale Ungerechtigkeit in Deutschland ist. Hier muss dringend gegengesteuert werden. Der hohe Sockel an Menschen, die von Armut bedroht sind, ist kein gesellschaftlich akzeptabler Zustand.“ Vor diesem Hintergrund setze sich die Diakonie bundesweit unter anderem für höhere Hartz-IV-Sätze und eine Kindergrundsicherung ein.

Die Rendsburger Tafel besteht seit 20 Jahren und betreibt neben dem Angebot von warmen Mahlzeiten in der Materialhofstraße mehrere Ausgabestellen für Lebensmittel. Dort engagieren sich insgesamt 60 ehrenamtliche Helfer. Zurzeit nehmen etwa 1000 Menschen die Angebote in Anspruch, 30 bis 40 Prozent davon sind Kinder, schreibt das Diakonische Werk.


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