Rendsburg-Eckernförde : Land und Gemeinden sind die Zahlmeister des Kreises

Wo kommt das Geld für Budget des Jahres 2015 von rund 315 Millionen Euro eigentlich her?

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24. Januar 2015, 06:00 Uhr

Der Haushalt 2015 im Kreis Rendsburg-Eckernförde ist in Kraft, die Verwaltung kann ihre Arbeit mit den Zahlen beginnen – doch wo kommt das Budget von rund 315 Millionen Euro eigentlich her? Und wofür wird es ausgegeben? Fast die Hälfte der Mittel kommt vom Land, aber auch die Gemeinden tragen einen erheblichen Teil der Finanzen. Beide machen drei Viertel des Etats aus. Auf der Ausgabenseite schlägt vor allem der Bereich Soziales zu Buche – dafür werden mehr als zwei Drittel des Geldes fällig. Mickrig erscheint dagegen der Überschuss: Mit seinen 3,3 Millionen Euro entspricht er gerade einmal rund einem Prozent des Volumens. Die Wirkung ist aber groß: Damit werden die Verluste der Jahre 2010 bis 2012 um mehr als die Hälfte gedrückt.

Wie hoch genau die Anteile einzelner Quellen am Etat sind, war auch im Kreishaus bislang nicht klar. Kein Wunder, schließlich kommt das Geld auf verschlungenen Wegen auf die Konten des Kreises. Manche Mittel von Bund und Land werden lediglich durchgereicht, andere sind zwar für den gleichen Zweck bestimmt, setzen sich aber aus verschiedenen Quellen zusammen. Der größte Einzelposten ist die Kreisumlage – 78,5 Millionen Euro zahlen die Gemeinden in die Kreiskasse ein. Hinzu kommen weitere Beträge, etwa Zahlungen für die Abfallwirtschaft. Insgesamt kommen die Gemeinden auf 91,3 Millionen Euro.

Diese Summe wird nur vom Land getoppt. Aus Kiel kommen 144,5 Millionen Euro in Rendsburg an. Die größten Posten: 47,8 Millionen Euro aus dem Finanzausgleich, 46 Millionen für Eingliederungshilfe von Menschen mit Behinderungen. Enthalten sind weitere Zuwendungen über mehr als 17 Millionen Euro, etwa für Kreisstraßen (5,4 Millionen). Geld vom Bund macht etwa elf Prozent des Haushalts aus – 34,5 Millionen Euro. Die größten Einzelbeträge reicht der Kreis weiter: Das sind die Kosten der Unterkunft für Hartz-IV-Empfänger (10,7 Millionen) und für die Grundsicherung im Alter (18,6 Millionen).

Mit fast ebenso viel Geld wie aus Berlin sind die Einwohner und Unternehmen Rendsburg-Eckernfördes an der Finanzierung des Kreises beteiligt (33,2 Millionen). Bußgelder im Straßenverkehrs- und Zulassungswesen gehören etwa dazu (2,5 Millionen). Die größte Summe mit rund 15 Millionen Euro betreffen die Gebühren für die Müllabfuhr. Zudem setzt sich der Betrag unter anderem aus Verwaltungsgebühren, Pachten und der Beteiligung an der Schülerbeförderung zusammen. Ein weiterer Posten von 11,5 Millionen Euro besteht aus sonstigen Quellen. Auch die Auflösung von Sonderposten fällt darunter: Rund fünf Millionen Euro, die in der Vergangenheit vom Land an den Kreis für Investitionen geflossen sind und nun über die Dauer der Abschreibung aufgelöst werden.

Doch der Kreis hat auch eine Menge zu bezahlen – allein für den Fachbereich Soziales, Arbeit und Gesundheit fallen 159,7 Millionen Euro an. Hier finden sich auch die großen Beträge von Land und Bund wieder: Eingliederungshilfe und Grundsicherung. Der Fachbereich Jugend und Familie folgt mit Ausgaben von 55,6 Millionen Euro. Allein 20 Millionen davon werden für Kindertagesbetreuung fällig. Die geringste Summe (4,2 Millionen) gibt der Fachbereich Zentrale Dienste aus, etwa für die IT-Ausstattung (1,4 Millionen). Die Stabsstellen des Kreises, etwa für Gleichstellung, sind mit 6,3 Millionen Euro dabei.

Übrig bleiben 3,3 Millionen Euro. „Damit gleichen wir die Fehlbeträge der Vorjahre aus“, sagt Landrat Dr. Rolf-Oliver Schwemer. Die sinken somit von 5,9 auf 2,6 Millionen Euro.

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