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Mobile Unterkünfte am Freibad : Land schenkt Kropp 38 Container

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Gemeinde hat Wohncontainer erhalten, weiß aber noch gar nicht, wofür sie sie einsetzen will.

shz.de von
erstellt am 05.Mai.2017 | 11:37 Uhr

823 ungenutzte Container aus Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge bot das Land Schleswig-Holstein gemeinnützigen Vereinen, Schulen und Kommunen zur kostenlosen Übernahme an – 38 von ihnen stehen nun in Kropp. Die Bestellung hatte Bürgermeister Stefan Ploog im Februar wie folgt begründet: „Ich möchte vorbereitet sein, falls Flüchtlinge kommen. Nicht, dass sie in Zelten schlafen müssen.“

Seit dem Abebben der Flüchtlingswelle im vergangenen Jahr hat das Land die Wohncontainer für die Umnutzung freigegeben. Mit der Vergabe hat das Finanzministerium das Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH) beauftragt, das an drei Standorten Anschauungsobjekte zur Besichtigung aufgebaut hat. „Wir haben uns welche in Neumünster angeguckt“, sagt Ploog – die Kropper Container standen ursprünglich in Seeth.

Ihr neuer Standort ist eine Fläche neben dem Freibad. Dank der Einzäunung habe sie sich für die vorläufige Lagerung angeboten, so der Bürgermeister. Die Transportkosten von 3500 Euro musste die Gemeinde übernehmen. Ein Container misst sechs mal zweieinhalb Meter und bietet bis zu vier Personen Platz. Er sei sehr glücklich, dass sie welche bekommen hätten, sagt Ploog – auch wenn es einen Wermutstropfen gibt: „Es sind nur Wohncontainer darunter, keine Sanitär- und Küchencontainer, die wir auch bestellt haben.“

Bisher habe das Land Container dieser Art noch nicht freigegeben, erklärt Barbara Müller vom GMSH – nur die 823 Wohncontainer. 593 davon seien Interessenten bereits fest zugeordnet, der Rest sei in Arbeit. Der Andrang war riesig: „Die Anfragen gingen in die Tausende und werden nun der Reihe nach abgearbeitet“, erklärt Müller. Der Zuschlag geht an denjenigen, der sich zuerst gemeldet hat.

Die Kropper Container sollen nicht für immer neben dem Freibad stehen. Wo sie letztlich ihren Platz finden werden, hänge von ihrem künftigen Zweck ab, so Stefan Ploog. Neben der ursprünglichen Idee, sie als Wohnraum für Flüchtlinge zu nutzen, kann er sich die Container auch als Lagerraum oder übergangsweise als Büro für Rathausmitarbeiter vorstellen, die bis zur Fertigstellung des Neubaus ausziehen mussten. Was genau passiert, „wird die Zeit zeigen“, meint er.

Ploog zufolge würden zurzeit nur vereinzelt Flüchtlinge nach Kropp kommen. Die meist allein reisenden Männer könne man derzeit noch im Feierabendhaus oder im Haus Bethesda in der Johannesallee unterbringen. „Der große Ansturm ist im Moment nicht da“, resümiert er. Rund 360 Geflüchtete leben ihm zufolge im Amt Kropp-Stapelholm, wobei der Großteil in Kropp untergebracht sei. Neben dem Geschosswohnbau nannte Ploog die ärztliche Versorgung und Einkaufsmöglichkeiten als Gründe.

Auch wenn die Situation aktuell ruhig und entspannt ist, könne es bei der Unterbringung weiterer geflüchteter Menschen eng werden, meint er: „Der Wohnungsmarkt in Kropp ist sehr angespannt.“ Den Überhang an Wohnungen, die die Gemeinde einst für Flüchtlinge angemietet hatte und die dann teilweise leer standen, sei inzwischen abgebaut, fährt er fort. Angesichts der Nachfrage seien diese wohl wieder vermietet, vermutet er. Dank der Container hat die Gemeinde im Ernstfall nun aber eine Alternative.

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