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Rendsburg : „Länger und lauter“ musizieren

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Unterirdische Probenräume des Nordkollegs wurden eröffnet. 200 Gäste kamen zu der Einweihung des „U“.

„Bändchen durchschneiden“ sei eine Aufgabe, die sie besonders gern übernehme, sagte Kulturministerin Anke Spoorendonk (SSW) bei der Einweihung des neuen Musikzentrums am Nordkolleg. Dieser symbolische Akt fand noch „oberirdisch“ vor dem Eingangsbereich statt, dann ging es eine Etage tiefer. Denn die neuen Probenräume liegen unter der Erde. Sichtbar sind von den Räumen mit insgesamt 615 Quadratmetern Nutzfläche nur zwei Reihen von Dachfenstern und der quaderförmige Eingang.

Es sei ein „verwegener Vorschlag“ des Rendsburger Architekten Andreas Denker gewesen, den Neubau unter die Erde zu legen, stellte Nordkolleg-Leiter Guido Froese fest. Damit habe man aber erreicht, dass der idyllische Garten – ein Markenzeichen des Nordkollegs – erhalten bleiben konnte. Nur 20 Prozent des neuen Gebäudes sind zu sehen, weite Teile sind von einem Pflanzenteppich bedeckt. „Hier hat man kein Kellergefühl, es ist hell und schallgeschützt, was besonders die Nachbarn freuen dürfte“, erklärte Froese. Damit sei es möglich, dass die Musiker „länger und lauter“ proben, ohne die Anwohner zu stören. Für Tanz und Rhythmik ist ein Musikraum mit einem Schwingboden versehen. Froese kündigte an, dass neben der klassischen Musik auch Rock, Pop und Heavy Metal in dem neuen „U“ ihren Platz finden sollen.

Das unterirdische Musikzentrum hat zwei Millionen Euro gekostet. 1,5 Millionen Euro davon stammen aus Fördermitteln der Europäischen Union und des Landes Schleswig-Holstein. Froese machte deutlich, dass er diese Investition für gerechtfertigt hält. „Kulturelle Bildung ist das Fundament einer weltoffenen geistreichen Gesellschaft.“ Zur Weltoffenheit in der Region trage auch die Orchesterakademie im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik-Festivals bei, so Froese. Seit sieben Wochen leben und proben 130 jungen Musiker aus 30 Nationen im Nordkolleg.

Kulturministerin Anke Spoorendonk sagte: „Ich sehe in diesen großzügigen Räumen eine Stätte der Begegnung, des Austauschs und der kulturellen Bildung, die nicht nur Jung und Alt zusammenführen wird, sondern auch Bürgerinnen und Bürger, die den Minderheiten begegnen, die offen sind für die Verständigung mit Migranten und mit Flüchtlingen. Die Sprache der Musik ist imstande, Grenzen der Kulturen, der Milieus und der Genres durchlässiger zu machen.“ Dr. Christian Kuhnt, Intendant des Schleswig-Holstein Musik-Festival sagte zu, bei den Planungen für das kommende Jahr die neu geschaffenen Möglichkeiten des Nordkollegs wahrzunehmen.

Dr. Klaus-Volker Mader, Präsident des Landesmusikrates, sprach von einem „langen Atem“, der bis zur Realisierung des Neubaus nötig gewesen sei. Jetzt gelte es, die Kosten im Rahmen zu halten, um jungen Ensembles und Musikern die Qualifizierung im Nordkolleg zu ermöglichen.

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