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Landeszeitung

25. September 2017 | 11:57 Uhr

NordArt : Kunstwerk Carlshütte in Bewegung

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Auf dem Büdelsdorfer Gelände herrscht zurzeit geschäftiges Treiben: Es werden die Werke für die NordArt angeliefert. Einige Künstler bauen auch selber auf – beispielsweise einen chinesischen Bambusknoten und eine estnische Videoinstallation.

von
erstellt am 29.Apr.2014 | 19:10 Uhr

Das neue Grün der Bäume leuchtet frisch. Die „Wolga“ scheint sich ihre Haare im See zu waschen, wie schon im vergangenen Jahr. Aber die gelbe Frauenskulptur von Inga Aru ist nirgends mehr zu sehen. Sie hat Platz gemacht für andere Kunstwerke, wartet auf einen neuen Ausstellungsort. Das Kunstwerk Carlshütte ist in Bewegung. In knapp sieben Wochen, am 14. Juni, wird die NordArt eröffnet – die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.

Margot Witte hat ihre Werke aus Acrylglas im eigenen Auto transportiert. 750 Kilometer aus Karlsruhe – das war ihr nicht zu weit. Denn ihre Kunst ist zerbrechlich. Sorgsam aufgereiht stehen die Bilder neben anderen in Holzregalen des Lagerraumes. Nun klebt die Künstlerin die Plastikumhüllung sorgsam ab. „Damit sie keinen Staub ziehen“, erklärt sie. Als Margot Witte im 2013 im Norden war, machte sie einen Abstecher nach Büdelsdorf – und war von der Kunstschau begeistert. „Ich hab’ mich gleich in diesem Jahr beworben.“ Knapp 3000 Einsendungen aus 101 Ländern waren eingegangen. Dass sie sich bei dieser Konkurrenz durchgesetzt hat, freut Margot Witte.

„Ich habe mit meinen Arbeiten im vergangenen Jahr auch einen Preis gewonnen“, erzählt sie Inga Aru, die in der Jury sitzt und für die Pressearbeit zuständig ist. Doch die Jury hat bei der großen Menge gar keine Zeit, auf solche Details zu achten. „Es geht immer nur um das Werk“, sagt Aru, und um seine Wirkung auf die Juroren. Sie gesteht, dass die Auswahl durchaus eine subjektive Entscheidung sei. Die NordArt „ist keine Messe“. Die Schau soll ein Gesamtkunstwerk werden, „soll eine Geschichte erzählen“.

Damit diese Geschichte jedes Mal neu ist, sind stets junge Künstler mit frischen Ideen unter den Ausgewählten. Aber die Besucher der NordArt werden auch im diesem Jahr wieder auf bekannte Namen stoßen. Zum Beispiel auf Villu Jaanisoo. „Hotei, einer der sieben glücklichen Götter“ hieß seine Skulptur aus Autoreifen, mit der er 2013 den zweiten Publikumspreis gewann. Jetzt war er angereist, um eine Videoinstallation vorzubereiten. Acht Projektoren mussten so ausgerichtet werden, dass sie später ein Video vom Kopf des Esten auf zwei frei im Raum aufgehängte Rundschirme projizieren. Als 3D-Skulpturen werden die Arbeiten bezeichnet. „Kunst heißt eben nicht immer, mit Hammer und Flex zu arbeiten“, sagt Inga Aru zu dem Projekt.

Bisher hatte sich die NordArt am Länderschwerpunkt des Schleswig-Holstein Musik Festivals (shmf) orientiert. Den gibt es nicht mehr. So trafen die NordArt-Macher ihre eigene Entscheidung, stellen jetzt Russland in den Mittelpunkt. Obwohl schon immer zahlreiche russische Künstler in Büdelsdorf ausgestellt haben, betont Inga Aru. Genau wie chinesische. Dennoch wird es mit dem „China Garden“ eine Schau in der Schau geben – unter anderem mit einer filigranen Bambusskulptur, die der Künstler eigenhändig auf dem Gelände verknoten wird.

Alle anderen Werke baut Kurator Wolfgang Gramm auf. Bis es soweit ist, wird noch eifrig gepinselt und gehämmert. 40 Schüler und Studenten beschäftigt die NordArt – einige von ihnen sind bereits jetzt mit Ausbesserungsarbeiten in den Ausstellungshallen beschäftigt. Die Objekte werden in einem Lagerraum gesammelt. Aus Hongkong sind mit der Post drei Meter lange Kisten eingetroffen. Skulpturen sind mit Noppenfolie umhüllt. So wie die Bilder von Margret Witte. Es sind aber auch Werke im Magazin, die nicht ausgestellt werden. Zum Beispiel, wenn der Künstler die Abholung nicht finanzieren kann.

Termine von NordArt und Musik-Festival

> Mai: NordArt-Symposium: Künstler aus aller Welt arbeiten auf dem Gelände.

>Eröffnung am Sonnabend, 14. Juni, um 17 Uhr im Kunstwerk Carlshütte, Vorwerksallee, Büdelsdorf

> Erster Tag: Sonntag, 15. Juni, 11-19 Uhr. Live-Musik und Catering. Führungen um 11.30, 14 und 17 Uhr

> Hör-Vorschau auf das shmf-Programm in der Region Rendsburg: Dienstag, 24. Juni, 19 Uhr, Carlshütte

> Iron-Slam: Freitag, 4. Juli, 20 Uhr, Carlshütte

> shmf-Orchesterakademie: Öffentliche Proben in der Zeit vom 14. Juli bis

7. August, ACO-Thormannhalle.

> shmf: 19 Uhr, Altmeister. Alle Konzerte finden in der ACO-Thormannhalle statt

> shmf: 17 Uhr, Tea-Time-Konzert

> shmf: 20 Uhr, Spark

> shmf: 20 Uhr, Freiburger Barockorchester

> Dead vs. Alive Slam , Freitag, 5. Sep., 20 Uhr, Carlshütte

> Wolfram Huschke mit Cello & Electric-Cello, Sonnabend, 6. Sept., 20 Uhr

> NordArt – Lange Nacht der Lichter, Sonnabend, 20. Sept., 11-24 Uhr. Führungen um 14, 19, 21 Uhr


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