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Landeszeitung

21. Oktober 2017 | 20:23 Uhr

Warder : Kunst vor der eigenen Haustür

vom

Ben Siebenrock verarbeitet seit 40 Jahren Findlinge zu Kunstobjekten. Steinpark in Warder feiert dieses Jahr fünfjähriges Bestehen.

shz.de von
erstellt am 08.Mai.2013 | 08:39 Uhr

Warder | "Das Gute liegt doch immer vor der eigenen Haustür", erklärt Ben Siebenrock (Foto). Der Künstler verarbeitet seit rund 40 Jahren Findlinge in Kunstobjekte. Seit fünf Jahren besteht der Steinpark in Warder auf Gut Seehof, dem Gelände der Firma Peter Glindemann. Über 50 große und kleine Werke können auf dem großzügig angelegten Park mit Zugang zum Wardersee bestaunt werden.

Ob gestapelt, geschliffen, geriffen, mit Abdrücken versehrt oder mit anderen Elementen verbunden - einige der Findlinge sind in ihrer natürlichen Form geblieben. "Viele Steine sind von Natur aus so schön, das wäre zu schade, sie künstlerisch zu verändern", erklärt Ben Siebenrock. Die Erosion der Steine sei eine automatische, natürliche Bildhauerei. Der 62-Jährige hat sich die Findlinge zum Hauptthema seiner Werke gemacht. Das Material sei vielfältig und spannend. "Dabei waren Findlinge in der Kunst viele Jahre unpopulär", erklärt Siebenrock.

Der Grundstein für den Park wurde im Jahre 2008 mit dem Werk "Lichtblick" geschaffen und ist seitdem das Aushängeschild der Anlage. Bereits seit etlichen Jahren arbeiten Siebenrock und die Firma Glindemann zusammen. "Kies und Steine sind auch das, womit wir täglich arbeiten", erklärt Lars Glindemann, Geschäftsführer der Firma, die Verbundenheit.

Dass man vor fünf Jahren den Steinpark ins Leben rief, sei "ein Traum, von dem ich immer geträumt habe", schwärmt Siebenrock. "Landschaft, Kunst und Technik gehen hier eine Symbiose ein."

In den frisch renovierten Räumlichkeiten der Ausstellungshalle (ein alter Kuhstall) belichten seit dieser Saison riesige Atelierfenster die Ausstellungsscheune, und ein gigantischer Bullerjahn-Ofen ziert nicht nur die Mitte des Saales, sondern sorgt in kalten Monaten auch für ausreichend Wärme. In diesem Monat wurde auch das neue Buch von Siebenrock, "Meine Dampf und andere Verschreibungen", veröffentlicht. Für Video-Guides oder pädagogische Zwecke ist erstmalig auch ein Film entstanden, in dem der Künstler durch den Park führt und seine Werke erklärt. "Denn die Steine reden nur maßvoll über sich selbst", so Siebenrock. Für die neue Saison hat der Künstler auch eine neue Bildergalerie geschaffen, die den Namen "Der Schwentine-Zyklus" trägt.

Der Steinpark hat noch bis Oktober jeden Sonnabend von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt für Erwachsene beträgt fünf Euro, für Kinder zwei. Ermäßigte Preise gibt es beim Kombi-Ticket mit der Arche Warder. "Dass wir Natur ästhetik und seltene Nutztiere an ein und dem selben Ort haben, ist klasse", freut sich Siebenrock.

Besucher können die Open Air Galerie auch zu angemeldeten Führungen (Dauer etwa eine Stunde) besuchen. Anmeldung unter Telefon 0163/6367460.

Aktuelle Info auch unter www.ben-siebenrock.de oder unter www.peter-glindemann.de.

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