NordArt Büdelsdorf : Kunst-Fans blieben bis in die Nacht

Auge in Auge mit dem Geparden: Werner Barke riskiert einen ganz genauen Blick auf die Raubkatze  aus Draht und Wolle.
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Auge in Auge mit dem Geparden: Werner Barke riskiert einen ganz genauen Blick auf die Raubkatze aus Draht und Wolle.

Rund 3000 Besucher kamen zur Eröffnung der 16. NordArt im Kunstwerk Carlshütte. Sie erwartete eine große künstlerische Bandbreite.

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16. Juni 2014, 06:00 Uhr

Da passte einfach alles zusammen: Spannende Kunst, entspannte Besucher, strahlender Sonnenschein, lobende Worte. Die Eröffnung der 16. NordArt am Sonnabendnachmittag war wieder ein rundum gelungenes Ereignis. Die NordArt mache Büdelsdorf und die Region bekannt, stellte Bürgermeister Jürgen Hein erfreut fest: „Die Ausstellung hat touristische Auswirkungen und ist damit auch Wirtschaftsförderung.“ Den Besuchern wünschte er spannende und bewegende Momente bei ihrer Erkundung der Ausstellung.

Das Angebot dazu ist groß. 250 Künstler aus 55 Ländern sind mit 1500 Exponaten vertreten. Von „kräftig“ im russischen Pavillon bis hin zu „zart und kontemplativ“ im chinesischen Ausstellungsraum beschrieb Hans-Julius Ahlmann in seiner Begrüßung die große Bandbreite. Der Zutritt zum „Chinese Garden“ wurde von zwei Mitarbeitern geregelt, um den Besuchern ein ruhiges Betrachten der teils filigranen Kunstwerke zu ermöglichen. Die ausgestellten Arbeiten sind von einer Gruppe chinesischer Künstler, die an der vergangenen Biennale in Venedig beteiligt waren.

Angesichts der Entwicklung in der Ukraine sei häufig gefragt worden, warum gerade in diesem Jahr ein Schwerpunkt auf Russland gelegt werde, sagte Ahlmann. Die Entscheidung dazu sei schon lange vor der Zuspitzung der Lage gefallen. Zudem gehe es bei der NordArt nicht um Politik, sondern um Kunst, machte er deutlich. Die Künstlerin Tina Schwichtenberg allerdings sieht in ihrem „Schachspiel“ schon eine politische Aussage. Alle Figuren tragen grüne Tarnfarben. Es sind Soldaten: „Hier gibt es nicht Schwarz und Weiß.“

Neben Wladimir M. Grinin, Botschafter der Russischen Föderation, sprach auch Klaus Schlie ein Grußwort. „Gerade in schwierigen Zeiten hat die Kunst eine kommunikative Brückenfunktion“, betonte der schleswig-holsteinische Landtagspräsident mit Blick auf die Ukraine. Besucher Werner Barke aus Aachen zeigte sich „sehr sehr beeindruckt“ von der Vielfalt: „Jeder kommt auf seine Kosten. Es ist der Wahnsinn.“

Musik des Jesse Grell Trios, Gespräche mit Freunden und mit den Künstlern – viele der fast 3000 Besucher blieben bis in die Nacht. Chef-Kurator Wolfgang Gramm durfte sich über den großen Zuspruch bei der Eröffnung seines „Gesamtkunstwerks“ freuen. Bis zum 12. Oktober können die Werke in den Hallen der Carlshütte, der Wagenremise und im Park besichtigt werden. Die Einschätzung von Hans-Dieter Rose aus Dortmund könnte ein Anreiz zu einem Besuch der NordArt sein: „Besser als die Documenta.“

> www.nordart.de

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