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Haus in der Herrenstraße : Kulturdenkmal zu verkaufen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Abriss des Gebäudes in der Herrenstraße ist möglich. Denkmalschutz besteht nicht.

von
erstellt am 15.Jan.2014 | 06:00 Uhr

Das gelbe Backsteinhaus in der Herrenstraße fällt auf. Es ist eines der wenigen Gebäude aus der Kaiserzeit, das nicht der Verbreiterung der Straße zum Opfer fiel. Doch nun könnten seine Tage gezählt sein. Die Gemeinschaft der evangelischen Kirche als Eigentümer möchte die Immobilie verkaufen. Ein möglicher Abriss steht ebenfalls zur Diskussion.

Vor 50 Jahren erwarb der Verein das Grundstück nebst Gebäude. „Im Krieg ist unser Versammlungsraum ausgebombt worden“, erklärt der Vorsitzende Hauke Magnussen. Auf dem Grundstück baute die Gemeinde ein neues Haus für ihre Treffen. In dem Gebäude aus der Kaiserzeit, ehemals ein Offizierswohnhaus, bekam der Prediger der Gemeinde eine Dienstwohnung. Die übrigen Wohnungen wurden vermietet.

An dem über 100 Jahre alten Bauwerk nagt der Zahn der Zeit. Die Ausgaben für die Sanierung häufen sich. „Wir als Verein stoßen irgendwann an Grenzen. Es ist nicht unser Auftrag, Wohnraum zur Verfügung zu stellen“, sagte Magnussen. So lange die Vermietung Geld erwirtschaftet, um die Kosten zu decken, ist es kein Problem. „Wir haben aber nicht die Hoffnung, die Sanierungsmaßnahmen durch Mieteinnahmen erwirtschaften zu können.“ Im Moment sind von den sechs Wohnungen drei vermietet. Eine nutzt der Verein für seine Jugendarbeit, für die anderen beiden werden neue Mieter gesucht. „Uns betrifft, was jeden anderen Vermieter auch betrifft“, erklärt Magnussen. Gemeint sind die Unterhaltungs- und Instandhaltungskosten für das Gebäude. Zuletzt wurde die Elektrik repariert. Die Investitionen für die Umbauten am Dachstuhl, Dämmung und elektrischen Leitungen sind für den gemeinnützigen Verein jedoch einfach zu hoch.

Deswegen soll die Immobilie oder auch das gesamte Grundstück veräußert werden. „Wenn kein vernünftiger Preis erzielt wird, muss über einen Abriss nachgedacht werden“, so Magnussen. In diesem Fall würde der Verein das Vereinsgebäude aus den 50er Jahren in ein paar Jahren abreißen lassen und ein neues auf dem Grundstück errichten.

Da die Immobilie aus der Kaiserzeit nicht unter Denkmalschutz steht, unterliegt sie keinen Vorgaben für Umbauten oder eine Sanierung. „Der Eigentümer kann mit dem Gebäude machen, was er will“, sagt Martin Schmedtje, Pressesprecher des Kreises. Das Gebäude ist als Kulturdenkmal beim Kreis eingetragen. Dies wirkt sich aber nur auf steuerliche Abschreibungen aus, nicht auf Bau- oder Abrissarbeiten. Fünf Gespräche mit potenziellen Käufern gab es bereits. Sie verliefen jedoch ergebnislos. Aktuell gibt es keine Interessenten. „Wir überlegen, wie es weitergeht“, so Magnussen.

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