Gäste aus Übersee : Kulturaustausch mit Rotary erleben

Zu Gast in Rendsburg: Mathias Messineo (von links), Isabella Marinho, Madeleine Lewon und Sebastian Correa.
Zu Gast in Rendsburg: Mathias Messineo (von links), Isabella Marinho, Madeleine Lewon und Sebastian Correa.

Jugendliche aus der ganzen Welt besuchen zurzeit Rendsburg. Filme helfen beim Deutsch lernen.

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26. November 2013, 06:00 Uhr

Jugendliche aus Brasilien, Australien, Argentinien und Ecuador sind in Rendsburg zu Gast. Ermöglicht hat den Besuch das Rotary Youth Exchange-Programm, das weltweit den Austausch von Schülern ermöglicht und von den Rotary Serviceclubs unterstützt wird. Im Moment haben die Clubs Rendsburg und Mittelholstein jeweils drei ausländische Schüler zu Gast. Der Jugendredaktion der Landeszeitung erzählten vier Jugendliche ihre Eindrücke und Erlebnisse.

Madeleine Lewon (17) kommt aus Australien. Sie mag Deutschland sehr: „Die Menschen sind komplett anders als in Australien. Sie sind etwas zurückhaltend, aber wenn man sich kennt, sehr freundlich.“ Unterschiede zum australischen Schulsystem sind ihr sofort aufgefallen: „Es gibt bei uns außer in den Sprachen keine mündlichen Noten, lediglich monatliche Tests und zum Jahresende dreistündige Klausuren.“ Die 18-Jährige ist glücklich, dass sie in Norddeutschland untergekommen ist: „Norddeutschland ist Australien ähnlicher als Süddeutschland. Dort ticken die Menschen ganz anders und ich kann sie nicht verstehen. Aber ich denke, nach meinem Abschluss in Australien würde ich gerne in Deutschland Medizin studieren. “

Aus Brasilien hat sich Isabella Marinho (17) für den Zielort Deutschland entschieden, da sie mehr über die europäische Geschichte, insbesondere den Holocaust, lernen möchte. „Die Menschen sollten nicht für die Vergehen anderer Generationen bestraft werden beziehungsweise sich selber dafür verantwortlich machen“, findet sie. Isabella ist aufgefallen, dass Deutsche sehr auf die Umwelt achten. „Der Müll muss ordentlich getrennt werden“, hat sie festgestellt.

Matias Messineo (17) ist Argentinier. Der größte Unterschied zwischen seiner Heimat und Deutschland liegt für ihn im Umgang miteinander. „Wenn man in Südamerika jemanden Neues kennen lernt, dann umarmt man sich und schließt sofort Freundschaften. Hier ist es schwieriger, an die Leute heranzukommen. “ Etwas entsetzt war Mathias über die Vorstellungen seiner Klassenkameraden über Südamerika. Sie fragten ihn, ob es Turnschuhe und Internetanschlüsse gebe. „Wir sind zivilisierte Menschen. Wir verhalten uns ganz normal und machen keine seltsamen Dinge. Und selbstverständlich haben wir einen Internetanschluss. “

Der 17-jährige Sebastian Correa lebt in Ecuador und mag die hilfsbereite Art der Rendsburger, etwa wenn er in der Bäckerei ein Problem beim Bestellen hat. Außerdem genießt er es, keine Schuluniform wie in seiner Heimat tragen zu müssen. „Ich kann im Helene-Lange-Gymnasium die Klamotten anziehen, die mir gefallen.“ Sebastian findet es schwierig, dem Unterricht zu folgen. Um sein Deutsch zu verbessern, sieht er sich deshalb nachmittags Filme auf Deutsch an.

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