Bürgerbüro : Kürzere Wartezeiten im Rathaus

„B 56“ steht auf der Wartemarke, die Siegrid Hansen hochhält. Ihr Ehemann Uwe Hansen war gestern um 10.50 Uhr schon der 56. Kunde im Bürgerbüro. Wie Bürgermeister Pierre Gilgenast erläuterte, ist auf dem Bildschirm an der Wand zu sehen, welche Nummer als nächste dran ist. Fotos: JH Frank
„B 56“ steht auf der Wartemarke, die Siegrid Hansen hochhält. Ihr Ehemann Uwe Hansen war gestern um 10.50 Uhr schon der 56. Kunde im Bürgerbüro. Wie Bürgermeister Pierre Gilgenast erläuterte, ist auf dem Bildschirm an der Wand zu sehen, welche Nummer als nächste dran ist. Fotos: JH Frank

Verwaltung investiert 7300 Euro in Ticketsystem.

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12. Juni 2018, 10:58 Uhr

Rendsburg | Auf den Wartebänken im Bürgerbüro des Neuen Rathauses sitzen die Besucher oft dicht gedrängt. Pro Tag nehmen 80 bis 100 Menschen die Dienste in Anspruch. Sie melden sich als Neubürger an, verlängern Ausweise oder beantragen Fischereischeine.

Bisher entstand immer wieder Unklarheit, wer als nächstes dran ist. Über den vier Zimmern leuchteten zwar Lampen: in Rot, wenn ein Kunde beraten wurde, in Grün, wenn man eintreten durfte. Aber jeder Besucher musste sich selbst merken, wer vor ihm gewartet hatte. „Wir haben hier schon gesessen, und Leute haben sich vorgedrängelt“, berichtete der Rendsburger Uwe Hansen, der gestern im Bürgerbüro seinen Personalausweis verlängern wollte.

Seit einer Woche schafft ein neues Aufrufsystem Klarheit: Jeder Kunde zieht an einem Terminal eine nummerierte Wartemarke. Er wählt, ob er das Bürger- oder das Fundbüro aufsuchen will. Sobald er dran ist, erklingt ein Ton. Auf einem Bildschirm blinkt die Nummer auf. Es wird angezeigt, in welches Zimmer der Besucher gehen soll. Außerdem werden die drei Nummern aufgeführt, die als nächstes drankommen. Bürger können dadurch besser abschätzen, wie lange sie noch warten müssen. „Eltern können dann mit ihren Kindern in die Spielecke gehen“, sagt Mitarbeiterin Steffani Kreifelts. Wer schnell die Toilette aufsucht oder vor der Tür eine Zigarette raucht, musste bisher befürchten, in der Reihenfolge der Wartenden zurückzufallen. Jetzt sichert ihm die Nummer seinen Platz.

Tickets können auch von zu Hause aus online gelöst werden. Auf der Internetseite der Stadt findet sich der Punkt „Aufrufsystem Bürgerbüro“. Wartenummern können dort ab 30 Minuten vor Öffnung des Bürgerbüros abgerufen und ausgedruckt oder per E-Mail auf das Smartphone geschickt werden. Besucher können auf ihren Handys verfolgen, wie viele Leute vor ihnen dran sind. Kommen sie zu spät ins Rathaus, verfällt ihr Ticket.

7300 Euro investierte die Verwaltung in das System. Bürgermeister Pierre Gilgenast: „Das soll ein Beitrag zur Kundenfreundlichkeit sein. Es macht sich bezahlt. Die Kunden sind entspannter.“

Das Bürgerbüro ist montags bis mittwochs und freitags jeweils von 8 bis 12 Uhr und donnerstags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Der Donnerstagvormittag wird für aufwändige Beratungen, zum Beispiel mit Dolmetschern, freigehalten. Anmeldung unter Telefon 0 43 31 / 20 60.

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