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Schwimmzentrum : Kürzere Öffnungszeiten, höhere Preise?

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Aufsichtsrat der Stadtwerke will die Existenz des defizitären Schwimmzentrums sichern. Ein Gutachter hat nun Lösungen vorgestellt.

Das Schwimmzentrum liegt den Rendsburgern am Herzen. Zu Recht, wie jetzt ein Gutachter festgestellt hat. Er bescheinigte der Einrichtung ein sehr gutes Leistungsangebot, das modernen Ansprüchen gerecht werde. Der Haken: Wie die meisten Schwimmbäder im Land ist auch der von den Stadtwerken geführte Freizeitbetrieb hoch defizitär. 600 000 Euro muss der Versorger pro Jahr zuschießen, um die finanziellen Lücken zu stopfen. Aufsichtsrat und Geschäftsführung wollen gegensteuern. Gemeinsam arbeiten sie derzeit an „Varianten für eine nachhaltige Entwicklung“.

Und das bedeutet: Die Kosten müssen sinken, die Einnahmen steigen. Dabei steht alles auf dem Prüfstand, zunächst die Öffnungszeiten. Derzeit wird untersucht, ob sie zu Tageszeiten, an denen weniger los ist, reduziert werden können. Auch höhere Preise scheinen möglich, wobei Stadtwerke-Geschäftsführer Helge Spehr offenbar nicht mit der Holzhammer-Methode vorgehen will. „Wir werden bei gewissen Angeboten über eine Preisanpassung nachdenken, die sich im Vergleich rechtfertigen lässt“, teilte er der Landeszeitung gestern schriftlich mit. Das lässt folgenden Schluss zu: Die Stammkunden sollen nicht vergrault werden, und gleichzeitig will man sich die Chance erhalten, neue Kunden zu gewinnen. Im vergangenen Jahr verkauften die Bademeister 58 000 Eintrittskarten. Aktuell ist laut Spehr eine „leicht abnehmbare Tendenz“ festzustellen. Das kann sich allerdings noch ändern, denn die Freibadsaison steht bevor. Sie wird jedoch nur erfolgreich sein, wenn die äußeren Bedingungen stimmen. Spehr: „Für hohe Besucherzahlen bleibt gutes und warmes Wetter der stärkste Erfolgsgarant.“

Die gutachterliche Analyse der Ist-Situation und möglicher Lösungen für die Zukunft will der Aufsichtsrat nun intensiv diskutieren. Dazu ist eine weitere Sondersitzung geplant. Alle Beteiligten scheinen sich einig zu sein, dass das Thema kommunalpolitisch nicht unter die Räder kommen dürfe. „Es wurde sich darauf verständigt, zu einer einheitlichen Empfehlung für die Stadtvertreter zu gelangen“, so der Stadtwerke-Chef.

Allerdings wird das kein leichter Weg werden. Aus Kreisen der Ratsfraktionen sickerte durch, dass es keine Existenzgarantie für die vergleichsweise teuer zu unterhaltenden 50-Meter-Bahnen des Schwimmzentrums geben könne. Generell dürfe es kein Tabu sein, über „eine Verkleinerung der Wasserfläche“ nachzudenken. Im Gegenzug solle der Spaßcharakter gestärkt werden. So sei der Bau einer neuen Rutschenanlage durchaus denkbar.

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