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Büdelsdorf : Künstlerfabrik läuft auf Hochtouren

vom

Beim NordArt-Symposium arbeiten zwölf Bildhauer seit Anfang Mai an ihren Werken. Eröffnung der Ausstellung am 8. Juni.

shz.de von
erstellt am 29.Mai.2013 | 08:12 Uhr

büdelsdorf | Nebelschwaden aus feinem Marmorstaub wabern über den Platz, Steine werden geschliffen und Kunstwerke in der großen Halle drapiert.

Vor der Gießereihalle arbeitet Ayla Turan aus der Türkei an einem großen Marmorblock, aus dem ein Teil ihrer Skulptur "Hope" entsteht. Turan ist eine von zwölf Teilnehmern des NordArt-Symposiums, das seit dem Jahr 2000 Bildhauer, Maler und Installationskünstler vor der NordArt einlädt, ihre Werke vor Ort zu erschaffen. 481 Künstler haben sich für das Symposium beworben, aus denen eine Jury eine Auswahl traf.

"Der kleine Junge sieht suchend zum Himmel und wartet auf Hoffnung", erklärt Turan über die Werksvorlage, die vor ihr auf einem bereits fertigen Bein sitzt. "Die Skulptur hat eine ernste Bedeutung, obwohl sie lächelt", sagt Ayla Turan. Die Intention des Werkes sei die Hoffnung auf eine bessere Zukunft und auf Demokratie. "Jeder braucht schließlich Hoffnung."

In der Halle arrangiert die koreanische Künstlerin Sinn 120 Platten in einem labyrinthartigen Pavillon. Die farbenprächtigen Aluminiumplatten, die Großstadtszenen und Impressionen von Menschen zeigen, sind mit einer besonderen Technik bearbeitet. "Die Platten werden geschliffen und mit Tusche bemalt. Ich kratze mit einem Cuttermesser auf der Oberfläche. Zum Schluss kommt Autolack gegen die Oxidation darüber", sagt Sinn, die 2012 den Publikumspreis gewann. Woody Allen inspirierte sie zu ihrem Werk. "Ich habe den Stadtneurotiker gesehen und die Szene, in der Allen sagt, sein Bruder sei ein Huhn, er könne ihn nicht in die Irrenanstalt bringen, weil er seine Eier brauche, erinnerte mich an menschliche Beziehungen." Jeder Mensch habe sein eigenes Ei, zum Beispiel einen bestimmten Traum. Die Menschen würden sich über ihre Träume austauschen. "So entstehen Kommunikation und menschliche Beziehungen, das war die Idee."

Die Installation hat Sinn zusammen mit Kurator Wolfgang Gramm entwickelt. "Das Besondere am Symposium ist, das Entstehen von Kunst hautnah zu erleben", sagt Gramm, " die Freundschaft der Künstler, die sich hier treffen, ist das Außergewöhnliche."

In diesem Punkt sind sich alle Künstler einig. "Das Symposium gefällt mir, weil die Teamarbeit extrem gut ist", sagt Sinn. Nando Alvarez aus Spanien ist zum zweiten Mal dabei. Er fühlt sich in Büdelsdorf willkommen. "Es ist eine besondere Atmosphäre und es ist interessant, andere Künstler kennenzulernen." Trotz babylonischen Sprachengewirrs lerne man voneinander, sagt der Steinbildhauer Jo Kley aus Kiel, der in diesem Jahr mit seinem Werk "Landgang" dabei ist. "Die Künstler haben Ideen und können sie umsetzen. Man wird in das Kunstwerk Carlshütte eingebunden."

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