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Landeszeitung

14. Dezember 2017 | 05:32 Uhr

Küken-Rekord auf der Brutinsel

vom

Überraschend hohe Zahlen beim Nachwuchs der Flussseeschwalben am Wittensee / Vogelschützer freuen sich über erfolgreiches Projekt

shz.de von
erstellt am 01.Aug.2013 | 04:59 Uhr

Gross Wittensee | Große Hoffnung setzten die Mitglieder des "Verein zur Förderung des Umweltschutzes und der Landschaftspflege im Raume des Naturpark Hüttener Berge" (VFUL) in die Brutsaison der Flussseeschwalben am Wittensee. In den vergangenen Jahren war regelmäßig der komplette Nachwuchs durch starke Regenfälle im Juli und dem dadurch angestiegenen Wasserpegel ertrunken. Um diesem Zustand ein Ende zu setzten hatten die Ornithologen des VFUL Mitte April ein künstliches Brutfloß gebaut und im Wittensee verankert.

Es begann ein langes Warten auf die Ankunft der Flussseeschwalben aus Afrika. Einige Wochen später ließ sich das erste Seeschwalbenpaar auf der neuen Brutinsel nieder. Eine andere Möglichkeit bot sich den Langstreckenziehern auch nicht. Denn durch den langen Winter mit viel Schnee und Regen war der ursprüngliche Brutplatz, die natürliche Steinbank, seit Jahresanfang vollkommen mit Wasser bedeckt. Mit der Zeit erreichten immer mehr Seeschwalben ihr Ziel und das Brutfloß füllte sich.

Die Beobachtung und Kontrolle der Kolonie am neuen Brutplatz führte weiterhin der Ornithologe Horst Andritzke durch. Als Betreuer des FFH-Gebietes Wittensee (Flora-Fauna-Habitat) besitzt er die Ausnahmegenehmigung, sich der Brutinsel im gesperrten Bereich nähern zu dürfen. Ohne große Erwartungen machte er sich Ende Juni auf den Weg zur ersten Kontrolle, um die mögliche Anzahl an gelegten Eiern zu ermitteln. "Ich habe zwar auf ein paar Gelege der Flussseeschwalbe gehofft, aber diese Zahl ist kaum zu glauben", berichtete Andritzke. Mit 51 Eiern auf der künstlichen Nisthilfe hatte selbst der erfahrene Vogelkundler nicht gerechnet.

Diese positive Meldung sollte noch nicht die letzte gewesen sein. Bei der zweiten Kontrolle Mitte Juli waren die ersten Jungen geschlüpft. Knapp 20 tapsende Seeschwalben-Küken hatten die Elterntiere bis dahin aus etwa der Hälfte der Eier erbrütet. Und noch lagen einige Gelege in den Nestmulden.

In diesen Tagen erfolgte die letzte Kontrolle durch den Schutzgebiets-Betreuer. Das Brutfloß war jedoch fast komplett leer. Hatten Krähen oder Silbermöwen die Jungen trotz Schutzdächern erbeutet? Nach wenigen Augenblicken konnte Horst Andritzke Entwarnung geben. Zwischen den umherfliegenden Flussseeschwalben konnte er neben den Altvögeln mit geschlossen schwarzem Kopf auch viele Jungvögel erkennen. "Die Jungen sind noch nicht komplett ausgefärbt und haben eine helle Blesse auf der Stirn", so Andritzke. Diese Beobachtung zeige, dass der Nachwuchs mittlerweile flügge sei und die Brutinsel großteils verlassen habe.

"Die genaue Anzahl an Jungvögeln kann man nicht feststellen", erläuterte der Ornithologe. "Es sind aber deutlich mehr als in den letzten Jahren", zeigte sich Horst Andritzke voller Begeisterung. Diesen Jubel teilt auch der Vorsitzende des VFUL, Hans Ulrich: "Ich freue mich, dass das Brutfloß eine gute und wichtige Investition zum Wohl der Seeschwalben geworden ist."

Was bleibt, darin sind sich die Vogelschützer einig, sei das Gefühl, ein paar jungen Seeschwalben einen guten Start in ihr neues Leben ermöglicht zu haben.

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