zur Navigation springen

Hohenwestedt : Kühner Ritt durch die Feuerwand

vom

Mittelalterlich Spectaclum zog die Zuschauer in den Park Wilhelmshöhe. Großer Spaß für "Adel und Bauernpack".

shz.de von
erstellt am 21.Mai.2013 | 07:20 Uhr

HOHENWESTEDT | Seit 20 Jahren tourt das "Mittelalterlich Phantasie Spectaculum" (MPS) durch Deutschland. Drei Tage bezogen die Ritter, Gaukler und Marktleute bei ihrer Jubiläumstour Quartier im Park Wilhelmshöhe. "Wir sind zum 16. Mal hier, Hohenwestedt ist für uns ein echter Traditionsstandort", erklärte MPS-Pressesprecher Edwin Ball alias Marktvogt "Eduard von Sonnenberg". Am Pfingstwochenende waren insgesamt 2000 Mitwirkende im Einsatz, um für die Spectaculum-Besucher eine Zeitreise ins Mittelalter zu inszenieren. 34 Musik- und Künstlergruppen sorgten für über 100 Programmpunkte.

Ein Aktivposten unter diesen Artistengruppen heißt "Ars Equitandi", kommt aus Krefeld und ist für das beim Publikum sehr beliebte Ritterturnier zuständig. Die rund ums "hohe Gestech" konstruierte Geschichte wird jedes Jahr variiert. Diesmal hatten sich die Ritter von "Ars Equitandi" offenkundig vom 20-jährigen Bestehen des MPS zu einer neuen Rahmenhandlung inspirieren lassen. "Seit 20 Jahren existiert unser schönes Königreich", verkündete Herold Casimir von Liebigstein, als er die adligen Bewohner von Hohenwestedt, aber auch das die große Mehrheit bildende "Bauernpack" auf dem Turnierplatz begrüßte. Außerdem gelte es, den 55. Geburtstags "unseres großen Königs Gisbert des Trockenen" zu feiern, vermerkte der Herold und stellte die Turnierritter vor: Gerhard von Löwen, Utzo von Herzenberg, Ernst-Georg von Wolkenstein und Friedbert vom Adlerfels. Ein Schwert aus purem Gold und eine mit Goldstücken prall gefüllte Schatzkiste versprach König Gisbert dem Turniersieger. "Diese außerordentlich kostbaren Preise sollen die Ritter anspornen, im Turney ihr Bestes zu geben", betonte der Herold. Tatsächlich aber blendeten Goldschwert und Schatzkiste die Teilnehmer so sehr, dass ihr ritterliches Ehrgefühl erheblichen Schaden nahm. Nachdem aufgedeckt worden war, dass Friedbert vom Adlerfels absichtlich bei den Exerzitien verlor, um seinem Kumpan Ernst-Georg von Wolkenstein möglichst viele Punkte zuzuschustern, wurde das nachmittägliche Turnier ergebnislos abgebrochen und die Entscheidung auf den Abend vertagt. Um 18 Uhr begrüßte Herold Casimir von Liebigstein das Publikum erneut auf dem Turnierplatz. Wieder verletzten einige Ritter die Tjostregeln. Utzo von Herzenberg wurde nach einer heimtückischen Knüppelattacke auf Friedbert vom Adlerfeld disqualifiziert, griff aber trotzdem noch einmal ins Turniergeschehen ein, als er beim Tjosten zusammen mit Gerhard von Löwen einen regelwidrigen Doppelangriff auf Ernst-Georg von Wolkenstein startete. Im Schwertkampf setzte sich von Wolkenstein schließlich gegen von Löwen durch und wurde mit Goldschwert und Schatzkiste belohnt. Zum zweiten Mal hatten die Veranstalter das Ritterturnier aus Platzgründen umquartiert - vom Sportplatz Wilhelmshöhe auf eine Wiese neben dem Hohenwestedter Freibad.

"Wir sind nun mit 2000 Mitwirkenden vom Platz her an unsere Grenzen gestoßen", sagte MPS-Pressesprecher Ball. Trotzdem soll der Pfingsttermin auch in Zukunft für den Park Wilhelmshöhe reserviert bleiben. "Der Park ist einfach einzigartig, hier herrscht eine ganz besondere Atmosphäre", schwärmte Ball und zog eine positive Bilanz des nunmehr 16. MPS-Gastspiels in Hohenwestedt: "Obwohl wir nicht das beste Wetter hatten, obwohl es kalt und nass war, hatten wir einen ganz phantastischen Besuch."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen