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Landeszeitung

23. August 2017 | 22:07 Uhr

ksc Salut

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

„Salut“ – mit diesem Begrüßungswort will das Diakonische Werk Rendsburg-Eckernförde Flüchtlingskinder im Kreis willkommen heißen. „Salut“ heißt deshalb auch dessen neues Projekt, das am 1. Februar gestartet ist.

„‚Salut‘ unterstützt ehrenamtliche Kräfte dabei, Flüchtlingskinder und unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in die Gesellschaft zu integrieren“, erklärt Wencke Grahn, eine von drei Koordinatorinnen. Gemeinsam mit Margarete Koch und Dhaouia Ben Mustapha organisiert Grahn beispielsweise Infoabende für Ehrenamtliche, vermittelt und begleitet Paten- sowie Vormundschaften und unterstützt bei der sprachlichen Verständigung zwischen den Helfern und den jungen Neuankömmlingen. „Es geht darum, den Kontakt herzustellen und schnelle, unkomplizierte Hilfe zu leisten. Möglich ist das unter anderem dadurch, dass wir gut mit den Beratungsdiensten der Diakonie und anderen Trägern vernetzt sind“, so Grahn weiter.

Die freiwilligen Helfer entscheiden selbst, ob sie eine Patenschaft übernehmen oder als Vormund fungieren möchten. „Paten sind vor allem für mitmenschliche Angebote wie Hausaufgabenhilfe, Museumsbesuche, gemeinsames Musizieren oder die Einbindung in den örtlichen Sportverein zuständig“, erklärt Margarete Koch. Eine Patenschaft kommt für jedes der derzeit etwa 800 im Kreis lebenden Flüchtlingskinder in Frage.

Bei der Übernahme einer Vormundschaft stehen hingegen vor allem die mit der gesetzlichen Vertretung verbundenen Aufgaben im Fokus. Vormünder werden für die knapp 170 sogenannten unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge in Rendsburg-Eckernförde gesucht. Dafür hat sich unter anderem Eliane Sievers aus Breiholz entscheiden: Sie hat Ende Januar die Vormundschaft für den 17-jährigen Mohmad aus Syrien übernommen. „Ich arbeite seit April 2015 in der Flüchtlingshilfe und habe die Schwierigkeiten bei der Integration gesehen“, erzählt Sievers. Sie möchte, dass sich die Kinder und Jugendlichen hier zu Hause fühlen und einen Beitrag dazu leisten. „Ich habe einen richtigen Knuddel als Mündel“, freut sie sich, „es macht viel Spaß, Zeit mit Mohmad zu verbringen.“ Heute wird sie mit ihm nach Kiel fahren, um den Asylantrag des Jungen zu unterschreiben – stellen kann man ihn nämlich nur mit der Unterschrift eines Vormundes.

Das Projekt „Salut“ betreut derzeit etwa 50 Kinder und Jugendliche. „Wir haben momentan rund 45 ehrenamtlich Tätige kreisweit und können noch Unterstützung gebrauchen“, so Margarete Koch. Ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger – mit und ohne Migrationshintergrund –, die eine Patenschaft für Flüchtlingskinder oder eine Vormundschaft für einen unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge übernehmen möchten, können sich unter den Telefonnummern 04331/696330 oder 0176/53041849 melden. Das Projekt stellt sich außerdem auf der Ehrenamtsmesse am Sonntag, 13. März, von 11 bis 17 Uhr im Hohen Arsenal, Paradeplatz 11, vor.

„Salut“ wird mit 160  000 Euro über drei Jahre gefördert von der Deutschen Fernsehlotterie. Träger ist das Diakonische Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde.


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erstellt am 02.Mär.2016 | 12:18 Uhr

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