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Landeszeitung

22. Oktober 2017 | 14:13 Uhr

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vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

shz.de von
erstellt am 04.Nov.2015 | 13:14 Uhr

Einen guten Monat hat sie gedauert, nun liegen Bauern und Lohnunternehmer mit der Maisernte in den letzten Zügen. Sowohl die Erträge als auch der Ernteablauf sind stark witterungsabhängig – in diesem Jahr galt es, mit einigen widrigen Umständen umzugehen. „Was die Erträge betrifft, war dieses Jahr befriedigend. Die Qualität könnte allerdings nicht ganz den Vorstellungen entsprechen“, berichtet Lohnunternehmer Jens Honermeier.

Auf einer Fläche von insgesamt knapp 2500 Hektar haben der Gnutzer und sein Team seit Anfang Oktober Mais geerntet. „Dieses Jahr waren wir spät dran, weil das Frühjahr so kalt war.“ In guten Jahren könne man auch schon mal Mitte September mit der Ernte beginnen. Die niedrigen Temperaturen im Frühling haben aber nicht nur zu einer Verzögerung im Wachstum geführt, sondern auch dazu, dass die Maiskolben in diesem Jahr vergleichsweise klein geblieben sind. „Geerntet wird ab einem bestimmten Zeitpunkt trotzdem, auch wenn die Früchte noch nicht reif sind. Besser wird es dann einfach nicht mehr“, erklärt der 45-Jährige. Generell gelte für ihn: Je später im Jahr, desto schlechter für die Ernte. Dabei sei die Maisernte sein Kerngeschäft. „Ich habe aber noch andere starke Standbeine wie die Aussaat im Frühjahr oder die Gülle- und Gärrest-Ausbringung.“

Der Beginn der Maisernte gestaltete sich in diesem Jahr mühsam. „Am Anfang war es sehr nass. Dadurch waren die Flächen zum Teil nicht befahrbar. Außerdem haben wir viel Dreck vom Feld heruntergeschleppt. Unter solchen Bedingungen macht die Arbeit einfach keinen Spaß.“ Nach etwa einem Drittel der Zeit wurde das Wetter allerdings besser – „und zum Schluss ist es jetzt richtig entspannt gewesen. Dann ist auch die Kundschaft ruhiger und die Fahrer gelassener“, so Honermeier. Außerdem blieben bei trockener Witterung auch die Straßen sauber. „Wir wollen nichts dreckig machen, aber wenn das Feld im Grunde unter Wasser steht, kann man das nicht vermeiden.“ Er wolle in keinem Fall die Akzeptanz und Geduld der Bevölkerung überstrapazieren, oft hapere es aber auch am Verständnis für jene, die die Ernte einbringen müssen. „Dass uns der Vogel gezeigt wird, sind wir schon gewohnt“, so der 45-Jährige. Fahren seine Mitarbeiter langsam – wie er es vor allem in der Nähe von Kindergärten und Schulen von ihnen verlangt –, beschweren sich die Autofahrer. Fährt der Schlepper in normalem Tempo, ist es anderen wiederum zu schnell.

Dennoch hätten seine Mitarbeiter viel Spaß bei der Arbeit. An Spitzentagen waren in diesem Jahr 34 Leute für das landtechnische Unternehmen auf den Feldern in einem Umkreis von etwa 20 Kilometern rund um Gnutz unterwegs. Mit einer Geschwindigkeit von fünf bis acht Kilometern in der Stunde fährt ein Häcksler in Begleitung eines Treckers samt Häckselwagen über das Feld. Der Häcksler mäht den Mais und bündelt ihn. In einer Messertrommel werden die Pflanzen in Schnipsel geschnitten und durch einen Auswurfturm auf den Häckselwagen befördert. Je nachdem, wofür man sie verwendet, variiert die Dicke der Silage. „Wird sie für die Tierernährung während der Wintermonate verwendet, ist sie zwischen sieben und neun Millimetern dick. Wird sie für Biogasanlagen gebraucht, wird kürzer gehäckselt, also zwischen drei und sieben Millimetern“, erklärt Honermeier. In den vergangenen drei bis vier Jahren hätte sich beides die Waage gehalten, und für beide Zwecke werde dieselbe Pflanzensorte verwendet.

Nach der Verarbeitung auf dem Feld werden die Maisschnipsel auf dem Hof des Landwirts zu großen Haufen aufgeschüttet und mit schwerer Technik wie tonnenschweren Systemschleppern verdichtet. Dies wird auch einsilieren genannt. Würde man dies nicht machen, würde das Material, das mit Siloplanen abgedeckt wird, zu faulen und gären beginnen – und wäre damit wertlos.

Jens Honermeier und sein Team ernten heute noch auf wenigen kleineren Flächen. Danach ist die Maisernte für sie in diesem Jahr abgeschlossen. Danach gilt es, die Maschinen zu waschen, zu pflegen und zu warten. Von einer richtigen Winterpause könne zwar nicht die Rede sein, aber bis zum kommenden Frühjahr wird es in dem Gnutzer Betrieb nun zumindest ein bisschen ruhiger. „Wir übernehmen auch kommunale Arbeiten wie Knickpflege und Winterdienst, da steht die ein oder andere Ausschreibung an“, so Honermeier. Doch trotz all der Arbeit: Die vierte Generetion steht schon bereit, in den 80-jährigen Familienbetrieb einzusteigen.

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