Parken in der Altstadt : Kritik an Knöllchen zu später Stunde

Wolfgang von Ancken ist empört: Der ehemalige Landrat ist sauer, dass Verkehrsüberwacher der Stadt zur späten Stunde in der Straße „Am Holstentor“ noch Knöllchen verteilten.
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Wolfgang von Ancken ist empört: Der ehemalige Landrat ist sauer, dass Verkehrsüberwacher der Stadt zur späten Stunde in der Straße „Am Holstentor“ noch Knöllchen verteilten.

Ex-Landrat schreibt Brandbrief an die Verwaltung.

shz.de von
23. Mai 2018, 17:28 Uhr

Rendsburg | Die Altstädter Vogelschützengilde hat am Dienstag ihr Gildefest gefeiert (wir berichteten). Den Schlusspunkt des Programms bildete der Zapfenstreich auf dem Altstädter Markt. Zeitweise lauschten mehrere hundert Besucher der Musik – viele von ihnen parkten ihre Fahrzeuge in den umliegenden Straßen der Altstadt. Und das Ordnungsamt verteilte zur späten Stunde Knöllchen. Dies brachte Wolfgang von Ancken, Landrat a. D., auf die Zinne. Gestern verfasste er einen offenen Protestbrief an die Stadtverwaltung:

„Lieber Herr Bürgermeister, lieber Herr Gilgenast! Gestern war Gildetag. Der frühe Abend und der Abschluss des Gildetages auf dem voll besetzten Altstädter Markt ein Genuss. Klasse Stimmung. So schön kann Rendsburg sein. Gutes Konzert der Norddeutschen Sinfonietta. Stolzer Einmarsch der Altstädter Vogelschützengilde. Bekanntgabe des neuen Königs. Dank der Gilde an die Rendsburgerinnen und Rendsburger. Abschluss mit dem Großen Zapfenstreich. Der Abend legt sich. Es ist noch wunderbar warm. Blauer Himmel. Welch schöner Tag in und für Rendsburg.

Die Straßen sind leer. Der Verkehr ruht. Mit Ausnahme von zwei fleißigen Politessen, die im Duett spätabends noch um 21.15 Uhr intensiv dabei sind, in der Altstadt, in der Straße „Am Holstentor“ unweit des Rathauses, die wenigen dort parkenden Fahrzeuge zu kontrollieren und Tickets auszustellen, sofern die Parkscheibe fehlt.

Muss das sein? Keinerlei Behinderung des Straßenverkehrs. Alles ruht – nach einem so schönen Tag. Aber Dienst ist Dienst. Offenbar noch bis spät in den Abend. Und die Ablösung durch die nächste Schicht – so die beiden Damen, auf die späte Stunde für ihren Dienst angesprochen – werde noch kommen. Sicherlich sind die Personalkosten wie auch die Sach- und Verwaltungskosten bei diesem Spätdienst höher als die Einnahmen. Aber wen kümmert das im Rathaus! Eines ist gewiss: großes Kopfschütteln. Als ob es nichts Wichtigeres gibt in unserer Stadt Rendsburg. Bitte denken Sie als Bürgermeister und Verwaltungschef doch einmal darüber nach, welchen Zorn, wenn nicht gar Hass Ihre Mitarbeiterinnen unter Ihren Schutzbefohlenen produzieren. Mein Eindruck ist: Das alles interessiert Sie nicht. Schade. Es war ein schöner Tag gestern. Aber Politessen nach so einem großartigen Gilde-Dienstagabend so spät noch im Dienst der Stadt zu sehen – in einer leeren sommerlichen Stadt – muss das sein? Auch das ist Rendsburg! Zur Klarstellung: Ich bin nicht Betroffener. Mein Fahrzeug war vorschriftsmäßig abgestellt.“


Das sagt der
Bürgermeister




Bürgermeister Pierre Gilgenast nahm gestern auf Nachfrage der Landeszeitung zu der von Wolfgang von Ancken geäußerten Kritik Stellung: „Bei größeren Veranstaltungen ist das Ordnungsamt immer präsent“, sagte der Verwaltungschef. „Die Rettungsgassen müssen freigehalten werden, und wenn jemand falsch steht, dann muss derjenige auch zur Rechenschaft gezogen werden.“ Es gehe allein um die Gewährleistung der Sicherheit. Dass Wolfgang von Ancken sich an die Presse wendet, hält Gilgenast für den falschen Weg. „Ich hätte mir gewünscht, dass er zum Telefon gegriffen hätte.“
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