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NIenborstel : Krimi-Spannung auch ohne einen Tropfen Blut

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Stefanie Viereck aus Nienborstel veröffentlicht „Die falsche Spur“. Der Krimi spielt auch in der Nähe des Nord-Ostsee-Kanals.

shz.de von
erstellt am 22.Feb.2014 | 17:00 Uhr

In einer Pension am Nord-Ostsee-Kanal wird eine Journalistin mit mysteriösen Begebenheiten aus ihrer eigenen Kindheit konfrontiert: Das ist die Ausgangssituation in „Die falsche Spur“, dem ersten Krimi von Stefanie Viereck.

Die gebürtige Hamburgerin lebt seit 25 Jahren in Nienborstel, hat als Journalistin für den Rundfunk und Zeitungen gearbeitet, ist derzeit als Übersetzungslektorin tätig und hat eine Ricarda-Huch-Biografie sowie den Erzählungsband „Isabel bei den Fischen“ und den Roman „Der blaue Grund“ veröffentlicht. „Das Krimi-Genre ist für mich was Neues“, stellt Stefanie Viereck fest. Auf genretypische Elemente wie einen Kommissar oder Leichen am laufenden Band hat die Nienborstelerin verzichtet: „Mich hat die Herausforderung interessiert, wie man große Spannung erzeugen kann, ohne dass ein Schuss fällt und ohne dass ein Tropfen Blut fließt.“

Effekthascherische Gewaltdarstellungen brauche niemand, meint Stefanie Viereck mit Blick auf die aktuellen Nachrichten den Krisengebieten: „Die Welt ist voller Schreckensbilder sowohl in der Realität als auch in der Fiktion – dem muss man nicht noch weitere Schreckensbilder hinzufügen.“ Gegen die zunehmende Abstumpfung angesichts immer neuer Horrorszenarien setzt die Autorin den einfühlsamen Blick auf die psychologischen Konsequenzen bei den Betroffenen. „Mich interessiert das, was sich hinter dem vordergründigen Schrecken an tragischen Geschichten und psychologischen Dramen abspielt“, sagt Stefanie Viereck, „ich will darstellen, was in den Figuren vorgeht, und wie sich das, was passiert, aus den Figuren ableitet.“ Damit das funktioniert, müssen die Charaktere stimmig sein. „Die Figuren müssen so stark sein, dass sie alles von selbst machen.“

Während Stefanie Viereck an einem Buch arbeitet, beschäftigt sich so sehr mit ihrem Romanpersonal, dass dies schon fast ein Eigenleben entwickelt. Im Zuge der Recherchen zu „Die falsche Spur“ war die Nienborstelerin zum Beispiel beim Landeskriminalamt in Hamburg zu Gast. „Da habe ich dann so lebendig von meiner Romanheldin erzählt, dass der Beamte nicht mehr geglaubt hat, dass es sich um einen fiktiven Fall handelt, und vorschlug, dass man vielleicht besser eine Aussage von Lena Vogel (Name der Hauptfigur im Krimi) einholen sollte.“ Eine Fortsetzung zu „Die falsche Spur“ (erschienen beim Verlag Pendragon) ist nicht geplant. „Aber eine Figur aus diesem Buch wird in meinem nächsten Roman wieder auftauchen“, kündigt die Autorin an.

Stefanie Viereck stellt „Die falsche Spur“ am 27. März (19.30 Uhr) in der Hohenwestedter Gemeindebücherei vor und am 2. Juni (20 Uhr) beim Literatur-Bistro im Todenbütteler „Haus im Kirchengrund“.

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