zur Navigation springen

Schüler lernen : Kreispolitik ist kein Zuckerschlecken

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Es ging zwar nicht im wörtlichen Sinne über Tisch und Bänke, dennoch war es gestern im Kreistagssitzungssaal deutlich chaotischer als sonst.

Seit gestern findet dort drei Tage lang der Jugendkreistag statt. Mehr als 200 Schüler von insgesamt zehn Schulen aus dem gesamten Kreisgebiet haben dabei die Möglichkeit, politische Theorie in die Praxis umzusetzen.

Der stellvertretende Kreispräsident Wolfgang Weiß leitete die Nachwuchspolitiker durch die Veranstaltung. Er erklärte: „Das ist politische Bildung für junge Bürger. In diesem Planspiel empfinden sie nach, was der Kreistag so macht.“ So wurden gleich morgens beispielsweise Fraktionen gebildet: Die SSW kam auf 30 Mitglieder, die SPD auf 16, die Grünen auf 14 – und die CDU als schwächste Fraktion auf vier Mitglieder. Anschließend hieß es, eine Sitzung des Jugendkreistages am Nachmittag vorzubereiten. Dazu gehörte unter anderem die Erarbeitung von Anträgen innerhalb der Fraktionen, die später gestellt und optimalerweise vom Plenum angenommen werden sollten. Zunächst galt es jedoch, einen Kreispräsidenten zu wählen. Vincent Seidler von der Theodor-Storm-Schule in Hohn bekleidete dieses Amt. Seine Stellvertreter wurden Shanon Derra und Ceyhun Tülü, beide von der Theodor-Storm-Schule Hanerau-Hademarschen. Zu Beginn der Sitzung bekam Seidler noch ein wenig Schützenhilfe von Wolfgang Weiß, später fand er sich in sein Amt ein – und hatte alle Hände voll zu tun: Einige Anträge, wie der der CDU, eine große Mehrzweckhalle in Rendsburg zu bauen, in der viele verschiedene Sportarten betrieben werden können, wurden hitzig diskutiert – und in diesem Fall auch abgelehnt. Wolfgang Weiß zog am Ende des Nachmittags ein positives Fazit: „Kommunalpolitik wird in der Schule kaum behandelt. Die Jugendlichen sollen so sehen, dass sie etwas bewegen können. Wenn schon nicht als politischer Nachwuchs, dann zumindest, indem sie sich interessieren und ihre Stimme nutzen.“

Eine Laufbahn als Nachwuchs-Politiker konnte Vincent Seidler für sich ausschließen. „Ich habe mich freiwillig für das Amt des Jugendkreistagspräsidenten gemeldet. Aber es war sehr, sehr schwierig, in den richtigen Ablauf zu finden, obwohl ich später etwas routinierter wurde“, berichtete der Neuntklässler. Seine Neugier hat er nun gestillt. Und sein Berufswunsch steht sowieso schon fest: Vincent möchte Schlagzeuger werden.

zur Startseite

von
erstellt am 02.Mär.2016 | 06:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert