Lage entspannt sich : Kreishaus: Landrat zieht Wachleute ab

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Die Bedrohungslage für die Verwaltungsmitarbeiter hat sich offenbar entspannt. Die Wachleute an den Eingängen des Verwaltungsgebäudes werden abgezogen

shz.de von
09. Juli 2015, 05:00 Uhr

Die Bedrohungslage am Kreishaus entspannt sich nach vier Monaten allmählich: Die Wachleute an den Eingängen des Verwaltungsgebäudes werden abgezogen. Das hat Landrat Dr. Rolf-Oliver Schwemer jetzt angeordnet. Die Sicherheitskräfte verschwinden jedoch nicht völlig – ein Wachmann geht täglich auf Streife durch das Haus an der Kaiserstraße 8.

Ab kommenden Montag, 13. Juli, kehrt wieder Normalität ins Kreishaus ein. Dann stehen Besuchern und Mitarbeitern wieder alle Eingänge zur Verfügung. Die Anordnung gilt auch für die Zulassungsstelle in Eckernförde. Dort finden ebenfalls keine Eingangskontrollen mehr statt. Hintergrund der Neuregelung ist laut Nina Fiedler, Fachbereichsleiterin „Zentrale Dienste“, eine veränderte Bedrohungslage. Ein Gespräch mit der Polizei in der vergangenen Woche habe ergeben, dass „eine gewisse Normalität im Umgang“ mit der betreffenden Person eingetreten sei. Die Sichtkontrollen an den Eingängen des Kreishauses waren Anfang März angeordnet worden, weil von einer der damals acht mit Hausverboten belegten Personen eine zu große Gefahr für die Mitarbeiter der Verwaltung ausging (wir berichteten). Das hatten Hinweise der Polizei ergeben. Daraufhin wurde der Haupteingang des Kreishauses gesperrt und an den beiden weiteren Eingängen sowie an der Eckernförder Zulassungsstelle Sicherheitskräfte postiert. Sie verhinderten, dass die Person, wegen der die Kontrollen eingeführt wurden, ins Gebäude gelangt. Zwar wurden diese Vorkehrungen nach und nach entschärft. Doch bislang hieß es, dass sich die Situation nicht entspannt habe. Das hat sich jetzt offenbar geändert: „Wir haben keine Auffälligkeiten festgestellt, die Anlass zu weiteren Befürchtungen geben“, sagte Nina Fiedler gestern. Mit Blick auf die neue Regelung sprach sie von einem Kompromiss. Demnach unternimmt ein Wachmann ab Montag in den Fluren des Kreishauses Kontrollgänge. Er ist für die Sachbearbeiter per Kurzwahl erreichbar, wenn sie es mit einem renitenten Besucher zu tun bekommen. Für akute Gefahrenlagen sei aber der Polizeiruf 110 die erste Wahl, so Fiedler. Außerdem verfügen die Mitarbeiter weiter über die Alarmgeber, die auf Knopfdruck einen schrillen Signalton abgeben. Die Öffnungszeiten des Kreishauses bleiben jedoch auf dem derzeitigen Stand: Montags, dienstags und donnerstags von 8 bis 13 Uhr, dienstags zusätzlich von 14 bis 17.30 Uhr und donnerstags von 14 bis 16 Uhr. Mittwochs stehen die Sachbearbeiter von 7.15 bis 13 Uhr und freitags von 8 bis 12 Uhr zur Verfügung. Vor der Einführung der Kontrollen war das Haus noch bis in den Abend hinein durchgehend zugänglich. Kunden mit einem Termin außerhalb der Öffnungszeiten können sich über die Informationsterminals an den Eingängen anmelden. Sie werden daraufhin abgeholt. „Auch während der Sitzungen des Kreistags und seiner Ausschüsse sowie bei anderen öffentlichen Veranstaltungen außerhalb der Hausöffnungszeiten wird der Sicherheitsdienst anwesend sein“, kündigte Nina Fiedler an. Die Bedrohungslage werde weiterhin beobachtet. Fiedler dankte der Polizei für die Zusammenarbeit. Deren Sprecher Sönke Hinrichs bestätigte den „guten Draht“ untereinander. Er betonte: „Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht. Aber wir können viel tun, um das Risiko zu minimieren.“

Insgesamt hat der Kreis für die Sicherheitsmaßnahmen 67  000 Euro bereitgestellt. Mit dem Abzug der Wachleute wird das Geld nun länger reichen als ursprünglich gedacht.

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