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Rendsburg-eckernförde : Kreis zieht 303 „Lappen“ ein

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Immer mehr Fahrer müssen ihren Führerschein abgeben. Dokumente auf Papier nur noch bis 2033 gültig.

Die Reform des Flensburger Verkehrszentralregisters entfaltet seine Wirkung: Der Kreis Rendsburg-Eckernförde hat im vergangenen Jahr viel mehr Führerscheine eingezogen als zuvor. Mehr als 300 Mal hieß es 2015: „Der Lappen ist weg.“ Damit stiegen die Fälle um 50 Prozent gegenüber 2014. Das zeigt die jüngste Statistik der Führerscheinstelle.

Seit dem 1. Mai 2014 gelten die neuen Regeln für die Punktekonten, die im Kraftfahrtbundesamt in Flensburg für Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung Autofahrer geführt werden. Während vorher erst bei einem Punktestand von 18 der Führerschein eingezogen wurde, sind es nun acht Punkte. So erklärt sich auch die Fachdienstleiterin Allgemeine Ordnungsverwaltung und Verkehr, Barbara Rennekamp, den Anstieg der Entziehungen. „Wer am Steuer mit dem Handy am Ohr telefoniert und dabei erwischt wird, wird mit einem Punkt bestraft und muss 60 Euro bezahlen. Vor der Reform wurde das lediglich mit 30 Euro geahndet“, sagt sie. Das Beispiel zeige, dass sich die Punkte schnell summieren können.

Vor drei Jahren hatte der Entzug des Führerscheins einen Tiefstand erreicht, damals mussten nur 114 Fahrer ihren „Lappen“ abgeben. Seitdem steigt die Zahl jedoch wieder – von 202 im Jahr 2014 auf genau 303 im vergangenen Jahr. Dabei werden Verkehrssünder lange vorher darauf hingewiesen. Ab vier Punkten erhalten sie eine schriftliche Ermahnung mit dem Hinweis, dass sie freiwillig an einem Fahreignungsseminar teilnehmen können. „Damit würde ein Punkt abgebaut werden können, allerdings nur einmal in fünf Jahren“, erklärt Gerd Hackbart, Leiter der Fachgruppe Zulassungs- und Fahrerlaubnisbehörde beim Kreis. Ermahnt wurden 2015 insgesamt 462 Fahrer. Eine Verwarnung wird ab sechs Punkten erteilt, dann ist ein Punktabzug nicht mehr möglich. Das kam 151 Mal vor.

663 Fahrern ist im vergangenen Jahr zudem aufgrund eines einzelnen Delikts ein Fahrverbot durch die Bußgeldstelle ausgesprochen worden. Zum Beispiel wegen zu schnellen Fahrens. Damit sinkt die Zahl von 772 (2014) und 699 (2013).

Die Statistik zeigt, dass das Arbeitsaufkommen in der Führerscheinstelle kontinuierlich größer wird. Die Gesamtzahl der Vorgänge stieg 2015 auf 7613, während die Mitarbeiter es drei Jahre zuvor noch mit 5883 Führerscheinerteilungen zu tun hatten. Das liegt laut Barbara Rennekamp auch daran, dass die Kinder der geburtenstarken Jahrgänge um das Jahr 1997 volljährig werden und ihren Führerschein machen. Die Zahl derer, denen erstmals ein Führerschein ausgestellt wurde, stieg 2014 auf über 3000. Bereits seit 1999 gibt es das Dokument nicht mehr auf Papier, sondern im Scheckkartenformat. Seit 2013 wird die Karte sogar nur noch auf 15 Jahre befristet ausgestellt. Das verlangt eine EU-Richtlinie. Damit soll gewährleistet sein, dass das Dokument immer auf dem neuesten Stand der Sicherheitstechnik ist sowie ein aktuelles Foto aufweist. Eine Prüfung ist nach Ablauf der Frist jedoch nicht nötig.

Auch die alten Scheine auf Papier sind nicht mehr unbegrenzt gültig. Wer noch einen „Lappen“ aus rosafarbenem oder sogar aus grauem Papier in der Brieftasche hat, muss ihn spätestens bis zum 19. Januar 2033 gegen einen neuen eintauschen. Das kostet 24 Euro. Wer zum Beispiel einen internationalen Führerschein beantragen will, braucht schon jetzt das neue Format.

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erstellt am 04.Feb.2016 | 06:00 Uhr

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