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Rendsburg / Wyk : Kreis versilbert sein Schullandheim

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Gebäude in Wyk auf Föhr bringt 1,85 Millionen Euro. Auch das Haus der Büchereizentrale in Rendsburg wird verkauft.

shz.de von
erstellt am 19.Jun.2015 | 12:00 Uhr

Das ehemalige Schullandheim des Kreises Rendsburg-Eckernförde in Wyk auf Föhr wird verkauft. Dafür hat der Kreistag in seiner jüngsten Sitzung grünes Licht gegeben. Damit geht ein Sahnestück über den Tisch: Das große Gebäude auf einem weitläufigen Grundstück liegt in zweiter Reihe zum Nordseestrand. Über die Entscheidung hinaus stimmten die Kreistagsabgeordneten einem weiteren Verkauf zu: Das Gebäude der Büchereizentrale in Rendsburg wird ebenfalls veräußert.

Zusammen bringen die Veräußerungen in diesem Jahr 2,45 Millionen Euro. Der Kreis sei schon seit über zehn Jahren dabei, seinen Gebäudebestand darauf zu überprüfen, „welche Liegenschaften noch für Verwaltungsaufgaben gebraucht werden“, sagte Landrat Dr. Rolf-Oliver Schwemer auf Nachfrage der Landeszeitung. Das sei mit beiden Gebäuden nicht mehr der Fall. Zudem sei der Verkauf unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten sinnvoll, denn in beiden Fällen stehe ein immenser Sanierungsbedarf an.

Das Schullandheim in der Nähe des Wyker Südstrandes stand in der Vergangenheit bereits häufiger zur Disposition. Der Kreis hatte das im Jahr 1900 gebaute, ehemalige Gymnasium der Stadt Wyk 1982 gekauft. 22 Jahre lang wurde es als Heim für Klassenfahrten der Schulen im Kreis genutzt. Dann wurde es geschlossen, weil es zu große Defizite im Kreishaushalt verursachte. In den letzten fünf Jahren vor der Schließung waren es jährlich 50  000 Euro. Vier Jahre stand es daraufhin leer (jährliche Kosten: 22  000 Euro), bevor es von 2008 bis heute an einen Jugendreisenveranstalter vermietet wurde. Die jährliche Pacht liegt laut Hans-Joachim Paulsen vom Bauamt bei einem mittleren fünfstelligen Betrag. Vorher schlugen einige Versuche fehl, das Haus wiederzubeleben: Ein Sylter Immobilienmakler biss sich die Zähne daran aus, mit dem Gebäude Investoren für ein Vier-Sterne-Hotel anzulocken. Der damalige Landrat Wolfgang von Ancken erhoffte sich einen Verkaufspreis von vier Millionen Euro. Auch das Jugendherbergswerk hatte kein Interesse daran, das Haus zu betreiben. Eine Initiative von Grünen und SPD, es wieder als Schullandheim zu eröffnen, scheiterte 2006 an der Kreistagsmehrheit von CDU und FDP.

Der Verkauf des dreigeschossigen 30-Zimmer-Rotsteingebäudes mit Nebengebäuden und Turnhalle bringt 1,85 Millionen Euro. Dem Käufer, der laut Hans-Joachim Paulsen eine touristische Nutzung plant, stehen mehr als 2200 Quadratmeter Nutzfläche auf einem 24  400-Quadratmeter-Grundstück zur Verfügung. Er muss allerdings einige Randbedingungen erfüllen: „Ein Großteil des Geländes muss als Wald erhalten bleiben“, so Paulsen. Zudem stehe das Haus unter Bestandsschutz, deshalb müsse es als Hotel oder als Jugendeinrichtung betrieben werden.

Die Büchereizentrale bringt 600  000 Euro. Das Gebäude an der Wrangelstraße in Rendsburg ist 57 Jahre alt. Der Büchereiverein als Pächter kauft sie nun dem Kreis ab. Das Haus bietet mehr als 1100 Quadratmeter Nutzfläche auf einem 4000 Quadratmeter großen Grundstück.

Die außerplanmäßigen Einnahmen gehen in den Haushalt dieses Jahres. „Das verbessert unsere Liquidität“, sagte Landrat Schwemer.

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