Rendsburg-Eckernförde : Kreis und Polizei wollen mehr blitzen

Zwei Messwagen sind im Kreis Rendsburg-Eckernförde im Einsatz, um Temposünder zu erwischen. Auf diese Messungen geht der Großteil der 15  375 Bußgeldbescheide im vergangenen Jahr zurück.
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Zwei Messwagen sind im Kreis Rendsburg-Eckernförde im Einsatz, um Temposünder zu erwischen. Auf diese Messungen geht der Großteil der 15 375 Bußgeldbescheide im vergangenen Jahr zurück.

Nach einem Rückgang der Bußgeldbescheide setzen die Behörden ihre Messwagen effizienter ein.

shz.de von
19. Januar 2015, 14:58 Uhr

Wenn Autofahrer rote Ampeln missachten, zu wenig Abstand zum Vordermann einhalten, trotz Verbots überholen und – vor allem – zu schnell fahren, müssen sie mit einem Bußgeldbescheid rechnen. Im Kreis Rendsburg-Eckernförde hat die Wahrscheinlichkeit dazu im vergangenen Jahr augenscheinlich abgenommen, denn die Verwaltung hat weniger Bescheide erlassen als noch 2013. Insgesamt haben mehr als 15  000 Fahrer im Jahr 2014 das amtliche Schreiben im Briefkasten gefunden, weil sie sich nicht an die Verkehrsregeln gehalten haben und dabei erwischt wurden. Das sind mehr als 2000 Bescheide weniger als 2013. In diesem Jahr könnten es jedoch wieder mehr werden, heißt es aus der Verwaltung. Denn Kreis und Polizei wollen ihre Messwagen effizienter einsetzen.

Die Verwaltung erklärt sich den Rückgang von 17  423 Bußgeldbescheiden 2013 auf 15  375 im Jahr 2014 mit „krankheitsbedingten Personalausfällen“. Zudem seien vor zwei Jahren überdurchschnittliche viele Bußgeldbescheide erlassen worden, heißt es aus dem Kreishaus. Laut Barbara Rennekamp, die den Fachdienst Allgemeine Ordnungsverwaltung und Verkehr leitet, lag das vor allem an der Sperrung der Rader Hochbrücke für Lastwagen mit mehr als 7,5 Tonnen Gewicht. Viele Brummi-Fahrer haben ihr zufolge das Verbot missachtet. Auch die damalige Geschwindigkeitsbegrenzung sei häufig überschritten worden.

Barbara Rennekamp rechnet für 2015 jedoch mit einem Anstieg der Erlasse. Hintergrund ist, dass sich der Kreis Rendsburg-Eckernförde und die Polizei darauf verständigt haben, sich beim Einsatz der beiden Messwagen besser abzusprechen, sodass sie häufiger eingesetzt werden können. Der Kreis betreibt ein mit Blitzer-Technik ausgestattetes Auto, ein zweites teilt er sich mit der Polizei. Wenn nun eine der beiden Behörden einen Wagen für den Einsatz vorgesehen hat, es aber wegen eines Krankheitsfalls nicht dazu kommt, hat die andere Zugriff darauf. „Dadurch sind die Wagen häufiger unterwegs“, sagt Rennekamp.

Wie viel Geld der Kreis durch das Bußgeld eingenommen hat, ist noch nicht klar. Offenbar sind noch nicht alle Buchungen erfolgt, heißt es aus der Stabsstelle Finanzen. Doch die Höhe der Erträge, mit der die Verwaltung 2015 rechnet, steht bereits fest: Über 2,5 Millionen Euro will sie durch Bußgelder im Straßenverkehrs- und Zulassungswesen einnehmen. Barbara Rennekamp weist aber darauf hin: „Die Geschwindigkeitsmessungen sind nicht zur Erreichung eines Zielwerts gedacht sondern zur Erhöhung der Verkehrssicherheit.“

Alle Verstöße, die Strafbeträge von über 40 Euro zur Folge haben, ziehen ein Bußgeldverfahren des Kreises nach sich. Etwa, wenn ein Fahrer das Tempolimit außerhalb geschlossener Ortschaften um 21 Kilometer pro Stunde überschreitet (70 Euro und ein Punkt im Fahreignungsregister beim Kraftfahrtbundesamt in Flensburg). Unter 40 Euro bleibt es bei einer Verwarnung durch die zentrale Ordnungswidrigkeitenstelle der Polizei. Nur wenn sündige Fahrer diese Verwarngelder nicht zahlen, tritt wieder die Behörde im Kreishaus auf den Plan. Sie treibt das Geld ein. Im vergangenen Jahr ist das rund 2400 Mal vorgekommen. Der Kreis ist aber auch zuständig, wenn es um andere Bußgeld-Delikte geht, die von der Polizei festgestellt wurden. Etwa Verstöße gegen die Gurtpflicht und Fahren unter Drogen- oder Alkoholeinfluss.

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