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Rendsburg-Eckernförde : Kreis macht Klimaschutz nach Plan

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Verwaltung will Fördergelder für ein Konzept zur Reduzierung von Kohlendioxid im Wirtschaftsraum Rendsburg einwerben.

shz.de von
erstellt am 27.Apr.2014 | 08:00 Uhr

Mehr Elektro-Autos, Fahrräder und öffentlicher Nahverkehr auf den Straßen – das sollen im Kreis Rendsburg-Eckernförde nicht nur fromme Wünsche bleiben. Um beim Verkehr den Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid (CO2) zu vermindern, stellt der Kreis nun einen Antrag an das Bundesumweltministerium. Das Ziel ist, einen Plan aus Bundesmitteln fördern zu lassen, wie zumindest im Wirtschaftsraum Rendsburg künftig mit dem Verkehr umgegangen werden kann. Dafür hat der Regionalentwicklungsausschuss jetzt seine Zustimmung gegeben. Bis zu 150 000 Euro stellt der Kreis dafür zu Verfügung.

„Mobilität in Kommunen“ heißt das Konzept, von dem die 13 Kommunen des Wirtschaftsraums profitieren sollen. Es aufzustellen, ist aber eine Mammutaufgabe: Zunächst müssen die Verkehrsdaten jedes Ortes erhoben und die Infrastruktur der Verkehrsträger genau erfasst werden. Das sollen Gutachter übernehmen, die auch herausfinden müssen, wie viel Kohlendioxid überhaupt gespart werden kann.

Dr. Sebastian Krug sieht ein, dass das große Aufgaben sind. Doch der Klimaschutzmanager des Kreises hat ein Ass im Ärmel: „Die Technische Universität Dresden hat in ihrem Projekt ‚Mobilität in Städten‘ bereits im Entwicklungsraum Rendsburg mit einer öffentlichen Befragung Daten erhoben, auf denen wir aufbauen können.“ Daraus gehe hervor, wie die Verkehrswege genutzt werden. Zusammen mit den Vorsitzenden des Umwelt- und Bauausschusses sowie des Regionalentwicklungsausschusses hat Krug Ziele formuliert, die mit dem Konzept erreicht werden sollen. Darin spielt der Auto-Verkehr eine wichtige Rolle. „Aus dem Klimaschutzkonzept des Kreises wissen wir, dass 45 Prozent der Kohlendioxid-Emissionen vom Straßenverkehr kommen. Wenn wir uns dem Ziel verpflichtet fühlen, bis 2020 40 Prozent der gesamten Emissionen zu reduzieren, müssen wir auch an diesem Bereich arbeiten“, sagte Sebastian Krug auf Nachfrage der Landeszeitung. Demzufolge heißt eines der Ziele, den individuellen Verkehr auf den Straßen zugunsten von Bus und Bahn, Fahrrad und Elektrofahrzeugen zu minimieren. Wie das gehen soll, ist im Antrag nur in Ansätzen zu erkennen. Zum Beispiel soll es mehr Ladestationen für Elektroautos geben. Im Wirtschaftsraum gibt es davon nur eine am Rondo-Einkaufszentrum in Büdelsdorf. Kreisweit gibt es laut Sebastian Krug ein paar mehr, allerdings seien die nirgendwo komplett verzeichnet. Das sei auch ein verbesserungswürdiger Punkt. Um den Radverkehr attraktiver zu machen, schlägt die Findungsgruppe vor, Abstellmöglichkeiten zu verbessern und die Beschilderung auszubauen. Um Bus und Bahn attraktiver zu machen, könne an der Park-and-Ride-Situation gearbeitet werden. Unter den Zielen findet sich sogar der Einsatz von Elektrofähren über den Nord-Ostsee-Kanal.

Laut Sebastian Krug soll das Konzept am Ende zeigen, wie die Ziele in Zusammenarbeit mit den Partnern umgesetzt werden können. Denn nur das Konzept wird vom Umweltministerium zur Hälfte gefördert. Für die Maßnahmen selbst müssen dann andere Fördermöglichkeiten gefunden werden. Denn wenn es beispielsweise um bessere Wegweiser für Radwege gehe, müssen auch die betroffenen Gemeinden mitbezahlen. Die 150 000 Euro vom Kreis waren etwa für die Entwicklung des öffentlichen Nahverkehrs in den Haushalt 2014 aufgenommen worden.

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