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Rendsburg-Eckernförde : Kreis gibt kostenlosen Pflegekursus

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Erstmalig wird Angehörigen und Ehrenamtlichen die Pflege zu Hause vermittelt. Theorie und Praxis stehen an zwölf Terminen auf dem Programm.

shz.de von
erstellt am 23.Mär.2015 | 06:00 Uhr

Immer weniger jungen stehen immer mehr alte Menschen gegenüber – auch in Rendsburg-Eckernförde. Der demografische Wandel sorgt unter anderem dafür, dass die Nachfrage nach Pflegemöglichkeiten für Senioren immer größer wird. Der Pflegestützpunkt (PSP) vom Kreis Rendsburg-Eckernförde bietet deshalb ab dem 23. April erstmals einen Kursus für pflegende Angehörige an.

In zwölf Terminen, die jeweils zwei Stunden dauern, bekommen die Teilnehmer Grundlagenwissen und praktische Tipps vermittelt. „Im theoretischen Teil besprechen wir unter anderem, wie man Leistungen beantragen kann, geben Informationen über Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht und beraten auch im Sozialrecht“, kündigt PSP-Koordinator Volker Wenglowski an. „Wir wollen in dem Kursus auch eine psychische Unterstützung geben, denn die Pflege kann sehr belastend sein. Aus unserer Sicht darf man sich dazu bekennen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben“, so der Fachmann. „Der Frust und Stress muss raus, sonst wird man selbst krank.“ Der Praxisteil wird von Barbara Teske vom Pflegedienst „To Huus“ geleitet. Sie erklärt den Kursteilnehmern, was ihnen ganz konkret im Umgang mit den zu Pflegenden hilfreich ist. Wie funktioniert ein Pflegebett, kann ich mir eine ambulante Hilfe dazuholen oder wie lagere und ernähre ich meinen Angehörigen richtig? Das sind nur einige der Fragen, die geklärt werden. Das Angebot richtet sich an Verwandte, aber auch Nachbarn oder Ehrenamts-Interessierte, die sich in puncto Pflege einbringen möchten und gesetzlich versichert sind. „Die Mehrheit der pflegenden Angehörigen sind die Ehefrauen – und die haben dasselbe Alter wie ihre Männer“, erklärt Wenglowski. Problematisch ist aus seiner Sicht, dass viele dieses Thema lange verdrängen. „Das meiste in dem Bereich passiert zu spät. Getreu dem Motto: Wenn das Haus brennt, wird die Feuerwehr gegründet.“

Laut Wenglowski ist Pflege außerdem hauptsächlich Frauensache. Er würde sich deshalb sehr freuen, wenn viele Männer an dem Angebot teilnehmen. Der Kursus ist für bis zu 15 Personen gedacht, damit auch individuelle Fragen, Sorgen und Nöte in einem zeitlich angemessenen Rahmen besprochen werden können. Ist die maximale Teilnehmerzahl erreicht, findet bei ausreichend Interesse ein zweiter Kursus statt.

Viele, die sich für die Pflege zu Hause interessieren, sind nach Volker Wenglowskis Erfahrung Kinder, die ihren Eltern etwas wiedergeben wollen. „Sie kümmern sich um Mutter oder Vater, wenn der andere Elternteil die Pflege nicht mehr übernehmen kann oder nicht mehr lebt“, so der Koordinator. „Außerdem spielt hier auch der gesellschaftliche Druck eine gewisse Rolle, wie generell bei diesem Thema.“

Die Treffen finden jeweils von 16.15 bis 18.15 Uhr im Kreishaus an der Kaiserstraße 8 statt. Anmeldungen nehmen bis Montag, 20. April, Barbara Teske (Telefon 0  43  31/7  26  25) oder Christel Karonina (Telefon 0  43  31/2  02  12  46) entgegen.

 

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