zur Navigation springen
Landeszeitung

20. Oktober 2017 | 09:23 Uhr

Kreis geht gegen Schwarzbau vor

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Illegal errichtete „Blaue Hütte“ auf Rader Insel muss jetzt abgerissen werden / Eigentümer droht mit Konsequenzen für Hochbrücken-Bau

shz.de von
erstellt am 14.Jun.2016 | 12:21 Uhr

Der Streit um ein illegal errichtetes Gebäude auf der Rader Insel eskaliert. Wie Landrat Rolf-Oliver Schwemer gestern im Kreistag sagte, habe man den Inhaber der sogenannten „Blauen Hütte“ aufgefordert, sein Gebäude zu beseitigen, doch bisher ohne Ergebnis. Prekär: Für den Fall, dass der Kreis an der Abrissverfügung festhält, hat die Ehefrau des Eigentümers laut Schwemer Konsequenzen angedroht. Sie wolle „sich mit Händen und Füßen gegen die Inanspruchnahme ihrer Grundstücke auf der Insel wehren, die möglicherweise für den Bau der neuen Rader Hochbrücke gebraucht werden.“ Davon lässt sich Schwemer nicht beeindrucken. Er kündigte an, dass der Kreis jetzt Zwangsmaßnahmen einleiten werde.

Die Hütte gehört Friedrich Schreiber, der auf der Insel ein Yachtservice-Unternehmen betreibt. Schwemer bekräftigte gegenüber den Mitgliedern des Kreistages, dass die Beseitigungsanordnung nach etlichen gerichtlichen Auseinandersetzungen rechtskräftig sei. „Unsere Rechtsposition wurde immer wieder bestätigt.“ Von den ursprünglich 68 ohne Genehmigung errichteten Wochenendhäusern auf der Insel sind 32 bereits abgerissen worden. 26 Verfahren werden aktuell im Kreishaus bearbeitet. Darunter fallen auch einige der 30 Gebäude, für die im Jahr 2008 nach einer Empfehlung des Petitionsausschusses des Landtages Sonderverträge abgeschlossen wurden. Wer zum damaligen Zeitpunkt das 60. Lebensjahr vollendet hatte, konnte mit dem Kreis vereinbaren, sein Ferienhaus bis zum Tode nutzen zu dürfen. Erst danach sollte es abgerissen werden. Zehn dieser Verträge laufen noch.

Der Landrat sagte, dass man auch dem Inhaber der „Blauen Hütte“ einen entsprechenden Sondervertrag angeboten habe, gerade im Hinblick darauf, sich in Sachen Hochbrückenneubau gütlich zu einigen. „Damit hätte er die Hütte bis zu seinem Lebensende nutzen können, so wie die Pächter der übrigen Wochenendhäuser auch“, so Schwemer. Dieses Angebot sei nicht angenommen worden. Stattdessen beharre die Gegenseite darauf, für das illegal errichtete Gebäude eine nachträgliche Baugenehmigung zu erhalten. Doch dieser Forderung kann aus Sicht des Landrats nicht nachgekommen werden. In gemeinsamen Gesprächen mit dem Innenministerium, der Gemeinde Schacht-Audorf und dem Kreis sei herausgearbeitet worden, dass es keine Möglichkeit gebe, das baurechtswidrig errichtete Gebäude zu legalisieren.

Schwemer erneuerte seine Empfehlung an die Landesregierung, in dem Streit zügig tätig zu werden. „Das Verkehrsministerium wird eine Lösung entwickeln müssen, wie notfalls auch gegen den Willen des Ehepaares die fristgerechte Fertigstellung der neuen Hochbrücke sichergestellt wird.“ Das Wort Enteignung nahm der Landrat nicht in den Mund. In den Kreistagsfraktionen gilt jedoch als sicher, dass ein entsprechendes Verfahren eingeleitet wird.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen