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Kreis bekräftigt Theater-UnterstützungPolitik hält Millionen-Zusage trotz des Debakels in der Schleswiger Ratsversammlung aufrecht – Kaum Chancen auf weitere Förderung angesichts der geplanten FAG-Novellierung

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

von
erstellt am 20.Dez.2013 | 00:31 Uhr

Der Haushalt der Kreiskulturstiftung sieht 2014 Ausgaben von rund 2,9 Millionen Euro vor. Der aus aktuellem Anlass interessanteste Teilbetrag beläuft sich allerdings auf 250 000 Euro. Das ist der Betrag, den das Kuratorium der Stiftung – zugleich der Kulturausschuss des Kreises Schleswig-Flensburg – freigegeben hat, um den Theaterneubau auf dem Schleswiger Hesterberg zu unterstützen. Und an der Bereitschaft, diese Hilfe zu gewähren, wird sich auch nichts ändern, obwohl die Ratsversammlung der Stadt das Finanzierungskonzept der Verwaltung abgelehnt hat. „Was wir beschlossen haben, wird umgesetzt. Wir sind ein verlässlicher Partner“, erklärte Mario de Vries (CDU) gestern stellvertretend für eine große Mehrheit in der letzten Kreistagssitzung des Jahres.

Das „Theater um das Theater“ – wie es SSW-Fraktionschefin Gudrun Lemke bezeichnete – sorgte für weiteren Gesprächsstoff, auch wenn sich in der Sache nichts veränderte. Die Kulturstiftung stehe zu ihrer Zusage, über zwei Jahre jeweils 250 000 Euro bereitzustellen, sagte der Kulturausschussvorsitzende Karsten Stühmer (SPD). Die gleiche Summe soll es für die Stadt auch noch einmal aus dem Kreisetat geben. Das macht unverändert eine Million Euro Zuschuss vom Kreis für einen Theaterneubau. Dass darüber hinaus kaum weiterer Spielraum bestehe, betonte Landrat Wolfgang Buschmann am Rande der Sitzung. Eine weitere von der Kreispolitik optional zugesagte „Million nach Kassenlage“ dürfte angesichts der zu erwartenden finanziellen Klimmzüge durch die Novelle des Finanzausgleichsgesetzes (FAG) kaum Chancen auf Realisierung haben. In diesem Zusammenhang machte SPD-Fraktionschef Ingo Degner deutlich, dass die Stadt Schleswig im Gegensatz zum Kreis in erheblichem Maße von der FAG-Novelle profitieren werde.

Insofern herrschte im Bürgersaal des Kreishauses gestern große Einigkeit darüber, dass sich alle Beteiligten des Theaterprojektes um den Jahreswechsel herum noch einmal zusammensetzen sollten, um das Vorhaben konzeptionell zu überarbeiten, um es doch noch zu einem guten Ende zu führen. Kreispräsident Ulrich Brüggemeier: „Ich hoffe sehr, dass sich alle Beteiligten noch einmal besinnen.“

Carsten-Peter Brodersen (FDP) bekräftigte dahingegen die grundsätzliche Ablehnung eines Zuschusses durch seine Partei. „Wir haben das von vornherein abgelehnt, denn finanziell sind die Pläne für das Theater nicht zu verantworten“, sie seien überdimensioniert. Für die FDP folgte daraus, dass sie auch den Haushalt der Kulturstiftung ablehnen müsste. Das tat auch Manfred Küter (Linke).

Eine Lanze für die bisherige Theaterplanung brach der Schleswiger SSW-Abgeordnete Rainer Wittek. An Brodersen gewandt, bekräftigte er, dass es keine Abstriche bei Größe und Funktionalität eines künftigen Theaters geben dürfe, weil mit dem Gebäude ansonsten nicht die erforderlichen Besucher-Einnahmen erzielt werden könnten, die notwendig seien, um das Landestheater insgesamt zu finanzieren.

Zuvor hatte sich noch einmal das Personal-Karussell gedreht, ausgelöst durch das Ausscheiden der Bundestagsabgeordneten Sabine Sütterlin-Waack (CDU) aus dem Kreistag. Als stellvertretende Kreispräsidentin rückte Jutta Weyher nach. In den Hauptausschuss tritt Maike Philipp die Nachfolge an. Den Vorsitz im Hauptausschuss übernimmt Thomas Klömmer.

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