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Energiesparen : Kreativer Kopf beim Klimaschutz

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Sebastian Krug ist seit Februar 2013 Klimaschutzmanager des Kreises Rendsburg-Eckernförde. Bei seinem Projekt ist gerade Halbzeit. Dem Umwelt- und Bauauschuss legte er jetzt einen ersten Zwischenbericht vor.

Auf den Schutz legt er großen Wert. Er sei Klimaschutzmanager des Kreises, nicht Klimamanager, sagt Dr. Sebastian Krug: „Denn das Klima kann man nicht managen.“ Das Projekt „KSI: Klimaschutz im Kreis Rendsburg-Eckernförde“ ist vorerst auf drei Jahre angelegt. Momentan ist Halbzeit. Den Mitgliedern des Umwelt- und Bauauschusses stellte Krug am Donnerstagabend den ersten jährlichen Zwischenbericht vor. Darin präsentierte er unter anderem bisher gestartete Teilprojekte. Einige von ihnen sollen vor allem als Modellprojekte dienen und im Erfolgsfall zur Nachahmung anregen.

Das Projekt startete im Februar 2013. In der ersten Zeit sei es neben der Entwicklung eigener Ideen vor allem um die Beratung anderer Verwaltungen gegangen. „Ich bin in die Ämter und Kommunen gegangen, um dort das Wissen über Konzepte und Strategien, aber auch über die Fördermöglichkeiten hineinzutragen und meine Expertise einzubringen“, berichtet Sebastian Krug. „Vieles wird gefördert, sodass sich bei diversen Projekten die Kosten relativieren. Aber vielfach fehlt einfach das Wissen darüber.“ Für ein Fazit sei es insgesamt zwar noch zu früh, aber fast überall sei er auf offene Türen gestoßen. „Bei der Realisierung bisheriger Projekte hat sich gezeigt, dass in der Region eine Vielzahl von Akteuren mit kreativen Ideen und auch bereits konkreten Projektansätzen vorhanden sind“, heißt es im Zwischenbericht. Es sei wichtig, diese Akteure mitzunehmen, „da bestimmte Maßnahmen nur vor Ort auf der Ebene der Gemeinden umgesetzt werden können“.

Übergeordnetes Ziel der Maßnahmen ist die Senkung der CO2-Emissionen im Kreisgebiet – oder wie Dr. Martin Kruse, Fachbereichsleiter Regionalentwicklung, Bauen und Schule, es formuliert: „Wir wollen beim CO2-Ausstoß und bei den finanziellen Kosten den Sinkflug einleiten.“ Und die Verwaltung fängt bei sich selbst an. So wurde unter anderem im Dezember 2013 das erste Elektroauto in den Fuhrpark integriert. Das Fahrzeug, das einen der 19 Dienstwagen ersetzt, sei von den Mitarbeitern gut angenommen worden und laufe einwandfrei, so Kruse. Auch hier sei es für ein endgültiges Fazit aber noch zu früh, denn die Evaluierung laufe derzeit noch. Erst nach deren Abschluss könne entschieden werden, ob es sich lohnt, den Fuhrpark weiter umzurüsten.

Auch der Testlauf mit der Einzelraum-Heizungssteuerung (wir berichteten) verlaufe erfolgversprechend, so Krug. In seinem sowie in zwei weiteren Büros sei die neue Technik installiert. Intelligente Raumsensoren sollen aus den Gewohnheiten der Mitarbeiter ein Profil erstellen und so die Heizung steuern, sodass die Räume nicht unnötig geheizt werden. Er selbst, sagt Krug, habe damit seit dem Versuchsstart nur positive Erfahrungen gemacht. Eine abschließende Bewertung steht aber noch aus. Wie viel exakt durch dieses System an Heizenergie eingespart werde, sei aber ohne hin schwer zu ermitteln. „Denn jeder Winter verhält sich anders. Außerdem haben wir vor kurzem auch erst die Fenster ausgetauscht“, erklärt Martin Kruse: „CO2 zu produzieren kostet Geld. Einsparungen sind also doppelt positiv zu bewerten.“

In größerem Maßstab laufen die Planungen bei der energetischen Sanierung des Quartiers Neuwerk-Süd, in dem sich etliche Großverbraucher – neben dem Kreishaus und weiteren Kreis-Liegenschaften (zum Beispiel das Berufsbildungszentrum Nord-Ostsee-Kanal) sowie der Uhrenblock befinden. „Die Lenkungsgruppe hat vier mögliche Varianten erarbeitet“, berichtet Krug. Alle beinhalten sie ein Nahwärmenetz und einen Energiespeicher. Vorgestellt werden die Varianten bei der zweiten öffentlichen Informationsveranstaltung am kommenden Dienstag im Kreishaus (siehe unten).

Sebastian Krug ist zwar viel beschäftigt, hat aber schon jetzt weitere Ideen und Konzepte in seinem Kopf, der in Sachen Klimaschutz voller Kreativität steckt. Eine weitere Kampagne im Kreishaus soll es im Herbst geben, doch da seien noch eine Menge Überraschungen geplant, die Krug noch nicht verraten möchte.

 

> Energetische Sanierung im Quartier Neuwerk-Süd: Der Kreis lädt am kommenden Dienstag, 2. September, zur zweiten öffentlichen Informationsveranstaltung zur energetischen Sanierung des Quartiers Neuwerk-Süd ein. Beginn im Kreistagssaal (Kreishaus, Kaiserstraße 8) ist um 18.30 Uhr. Weitere Informationen im Internet unter www.kreis-rendsburg-eckernfoerde.de

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erstellt am 30.Aug.2014 | 06:15 Uhr

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