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Landeszeitung

15. Dezember 2017 | 17:17 Uhr

Kraftvoller Auftakt mit Nachzüglern

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Polen siegt beim Ergometer-Cup / Ruderer aus Holland steckten im Stau fest und verpassten Eröffnung / Lauritz Schoof: Von der Uni in den Achter

von
erstellt am 12.Sep.2014 | 14:51 Uhr

Martin Sauer, der Steuermann des Deutschland-Achters, wirkte hochkonzentriert. In sich gekehrt und mit zum Boden gerichteten Blick wandelte er durch den Bereich hinter der Bühne. Vor dem sportlichen Auftakt des 14. E.ON Hanse Cups machte der schmächtige Taktgeber den Eindruck, als stünde das Finale der Weltmeisterschaft bevor. Dabei stand nur „Trockenrudern“ auf dem Plan – der Stadtwerke-Ergo-Cup über eine virtuelle Strecke von 500 Metern. Die Anspannung des Steuermanns zeigte jedoch, dass das Rendsburger Ruderereignis für die Weltklasse-Athleten längst weit mehr ist als eine Spaßveranstaltung. Es ist ein Kräftemessen der Besten ihres Sports. Und bei keiner anderen Gelegenheit kommen die Zuschauer den Akteuren näher als am Nord-Ostsee-Kanal.

Zum Sieg reichte es für die Deutschen trotz der Unterstützung des Publikums nicht. Auf der kurzen Strecke siegten die in letzter Minute für den E.ON Hanse Cup nominierten Polen vor den USA. Dass es ein Wettkampf mit nur vier Mannschaften wurde, hatte profane Gründe. Das auf mehrere Autos verteilte Team aus Holland steckte teilweise im Stau fest und erreichte Rendsburg erst in den späten Abendstunden. Auch Lokalmatador und Ruder-Olympiasieger Lauritz Schoof verpasste die offizielle Eröffnung. Der Medizin-Student musste gestern in Bochum noch eine wichtige Prüfung absolvieren und schaffte es nicht mehr rechtzeitig zum Ergometer-Cup. Am Sonntag soll er dem Deutschland-Achter über die Marathon-Distanz zu Sieg verhelfen.

Pünktlich stand Innenminister Andreas Breitner auf der Bühne. Für den früheren Bürgermeister von Rendsburg war es bereits der 13. E.ON Hanse Cup. Auf die Frage, ob die Kanalstadt das Zeug habe, bei einer Olympia-Bewerbung Hamburgs als Austragungsort der Ruderregatten zu dienen, meinte Breitner es gut mit seiner Heimatstadt: „Rendsburg kann Olympia und ist das richtige Pflaster für Rudern.“ Matthias Boxberger vom Titelsponsor E.ON Hanse ging noch weiter: „Für mich sind die 12,7 Kilometer des Ruder-Marathons die neue olympische Distanz.“

Am späten Abend sorgte der Auftritt der Deutschrock-Band Jupiter Jones, die 2011 mit „Still“ ihren Durchbruch feierte, für Stimmung. Heute übernehmen zunächst die Breitensportler das Kommando auf dem Kanal. Ein Höhepunkt ist die Premiere des 50er-Feuerdrachen-Cups (ab 16 Uhr), bei dem zehn freiwillige Feuerwehren nördlich gegen zehn Wehren südlich des Kanals antreten. Am Abend ist Pohlmann („Wenn jetzt Sommer wär“) der Top-Act auf der NDR-Bühne. Der Eintritt zu allen Ruder-Cup-Veranstaltungen – auch zu den Konzerten – ist frei.

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